Rositz. Wer kennt sie nicht, die Wimmelbücher?! Dieses Gewusel und überall gibt es etwas zu entdecken. So oder so ähnlich ging es am Freitag, den 1. Mai 2026, in Rositz zu. Dort jährte sich zum 20. Mal die Ostthüringer Sammelbörse im Kulturhaus.
Das diesjährige Motto lautete: „Tausch – Verkauf – Beratung – Schätzung – Ankauf – jeder kann mitmachen“.
Um 9.00 Uhr war für interessierte Sammler und Neugierige Einlass. Der Eintritt betrug 2,50 Euro. Für Verkäufer und Verkäuferinnen betrug die Standgebühr pro Verkaufstisch 8,50 Euro. Der Erlös geht an den Heimatverein Rositz e.V.
Circa 130 Tische wurden von etwa 50 Ausstellern belegt. Die Verkäufer reisten von weit her, auch aus dem Ausland, unter anderem aus Frankreich, an. Viele von ihnen sind schon seit vielen Jahren an der Sammelbörse vertreten und man findet sie im Gebäude immer am selben Ort. Sie seien teils schon „wie eine große Familie“, erzählte eine Frau aus Zwickau, die, mit ihrem Mann zusammen, schon viele Jahre verschiedene Briefmarken zum Verkauf anbieten. Man kenne sich und komme gerne hierher. Ein Aussteller hatte seinen Hund mitgebracht, der sich geduldig auf einem Stuhl zusammenrollte. Eine Ausstellerin hatte ihr Neugeborenes dabei und vor sich, im Wickeltuch, gebunden. Vielfältigste Sammlungen wurden gezeigt und konnten erworben werden: Ansichtskarten, von nah und fern, Gold-, Silber- und andere Münzen, nationale und internationale Briefmarken. Außerdem wurden Interessierte zum Thema Bergbau, Notgeld, Skatkarten, alte Geldscheine, Abzeichen, Orden, Bauereiartikel, Stiche und heimatliche Belege fündig. Auch gab es Grubenlampen, spezielle Muscheln, Figuren und, wie jedes Jahr, wurde auch wieder eine umfangreiche Mineraliensammlung, sowie Schmuck, Uhren und vieles mehr gezeigt und angeboten. Gelegenheit für Fachgespräche vor Ort wurden rege genutzt. Aber auch interessierte Laien konnten ihr Wissen erweitern. Ein geschäftiges Treiben in den Ausstellungsräumen und eine besondere „Wimmelbuch-Atmosphäre“ waren spür-bar.
Die fleißigen Mitglieder des Heimatvereins Rositz e.V. boten, in ihren traditionellen Altenburger Trachten, neben Kaffee und Getränken, auch wieder ihre beliebten, selbstgebackenen Blechkuchen, belegte Brötchen und Bockwurst an. Im Hintergrund wurde fleißig vorbereitet und das Geschirr wieder abgespült.
Die Parkplätze waren auch dieses Jahr wieder bis auf das angrenzende und frisch gemähte Feld ausgedehnt und gut abgesteckt worden. Autoschilder aus München, Leipzig, Zwickau, Vogtland, aber auch aus der näheren Umgebung, verrieten, woher die Interessierten angereist waren. „So viele Autos gab es noch nie“, sagten die engagierten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, welche unter anderem den Autofahrenden den „richtigen Weg“ wiesen. Denn einige wollten die Einbahnstraße, die sie kamen, auch wieder als Ausgang nutzen. Doch, dank der aufmerksamen Ehrenamtlichen, ging alles gut! Manchen von ihnen war gar nicht bewusst, dass sich die Sammelbörse nun schon zum 20. Male jährte und sie teils selbst schon zehn und mehr Jahre dabei mithelfen! Wie die Zeit vergeht! Gegen 13.00 Uhr war die Sammelbörse leider schon wieder zu ende.
Mehr als 450 Erwachsene und Kinder kamen zu Besuch und trugen stolz ihre erworbenen Schätze davon.
Ohne den freiwilligen und ehrenamtlichen Einsatz wäre diese größte Veranstaltung ihrer Art in Deutschland, nun schon seit 20 Jahren, nicht möglich. Chapeau!
Ilka Dziengel
