Altenburg. Mit dieser Botschaft dokumentierten am 9. März 2026 gegen 16.30 Uhr auf dem Altenburger Marktplatz drei Frauen (Maria Geier, Dagmar Schweigler und Simone Kopp) sowie ein unterstützender Mann (Heiko Sell) aus der Montagsspaziergänger-Gruppe ihren nachwirkenden Willen für eine friedliche Welt für ihre Kinder und Enkelkinder.

Die aktuelle weltpolitische Lage hinterlässt bei vielen Menschen Sorgen und Unsicherheit. Besonders Fragen nach Krieg, Wehrdienst und gesellschaftlichem Zusammenhalt bewegen viele Bürger. Bei einer Montagsaktion äußerten mehrere Teilnehmerinnen ihre Gedanken und Ängste über die Entwicklung in Deutschland und der Welt und erklärten, warum sie sich regelmäßig für Frieden und gegen eine weitere Militarisierung engagieren.

Diese Botschaften und Gedanken stehen hinter den drei Frauen, die diese Aktion initiierten.

Maria Geier: Die Aktion, die wir heute durchführen, spricht eigentlich für sich. Es geht um Frieden – für unsere Kinder, für unsere Enkel und auch für die jungen Männer in unserem Land. Vor einer Woche gab es deutschlandweit große Demonstrationen von Schülern in den großen Städten. Ich habe gelesen, dass es etwa 50.000 gewesen sein sollen, die sich gegen den Wehrdienst ausgesprochen haben. Das zeigt: Viele junge Menschen wollen diesen Kriegskurs nicht unterstützen. Vielleicht ist es keine Mehrheit, aber es ist eine beachtliche Zahl. Was mich an der ganzen Sache wirklich beschäftigt, ist die Haltung der Regierung – ich sage bewusst die Regierung und nicht unsere, denn diese Regierung habe ich nicht gewählt. Wenn ich höre, wir müssten „kriegstüchtig“ werden, dann erschüttert mich das zu tiefst. Wenn man sagt, ein Land müsse verteidigungsfähig oder friedensfähig werden, kann ich das noch ein Stück weit nachvollziehen. Das macht jedes Land. Dafür müsste es doch auch einen guten Begriff geben.

Was mich außerdem sehr traurig macht – und das wirklich jeden Montag – ist die Gleichgültigkeit vieler Menschen. Die große Masse scheint das überhaupt nicht zu interessieren. Natürlich gibt es immer wieder Gespräche mit einzelnen Menschen, die auch der Meinung sind, dass es so nicht weitergehen kann. Aber die meisten reagieren gar nicht.

Wir sehen es ja an den Gesichtern der Leute, die vorbeigehen. Vielleicht gibt es mal ein kurzes Lächeln oder ein Grinsen. Aber eigentlich müsste doch viel mehr kommen: ein Nicken, ein Klatschen, ein kurzes Gespräch oder irgendein Zeichen der Zustimmung. Ist die Masse schon so abgestumpft, wir wollen ein friedliches Miteinander erreichen, beidem jeder seine Meinung äußern kann. 

Simone Kopp: „Ich bin heute bei dieser Aktion dabei, weil mich sehr traurig macht, was derzeit in unserem Land und auch weltweit passiert. Ich habe zwei Kinder – zwei Jungs. Der Große ist inzwischen 20 Jahre alt, der Kleine 12. Ich möchte nicht, dass sie irgendwann in einen Krieg ziehen müssen oder in irgendeiner Weise da-von betroffen sind.

Deshalb bin ich auch jeden Montag hier. Wir möchten etwas bewegen und hoffen, dass sich irgendwann mehr Menschen anschlie-ßen, aufstehen und gemeinsam mit uns ein Zeichen setzen für das, was aus unserer Sicht hier schiefläuft und geändert werden muss.

Uns geht es vor allem darum, wieder mehr Zusammenhalt zu schaffen, denn genau dieser fehlt im Moment. Stattdessen wird man für das, was wir hier jeden Montag tun, oft nur belächelt.

Dagmar Schweigler: „Als Mutter und Oma macht mir die aktuelle weltpolitische Lage große Sorgen. Ich habe große Angst davor, dass sich Kriege weiter ausbreiten. Wenn ich die Nachrichten sehe – ob aus der Ukraine, aus dem Iran oder aus anderen Regionen der Welt – habe ich oft das Gefühl, in einem Strudel aus Krisen und Konflikten zu stehen, weil ständig neue Meldungen hinzukommen.

Gerade deshalb ist es mir wichtig, ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Vielleicht wirkt eine einzelne kleine Friedenstaube nur wie ein kleines Symbol. Aber wenn viele Menschen solche Zeichen setzen, kann daraus ein starkes gemeinsames Signal für Frieden entstehen.

Ähnlich sehe ich auch den Montagsspaziergang. Ich bin seit 2020 von Anfang an dabei. Wir waren zeitweise viele Menschen, die gemeinsam auf die Straße gegangen sind. Meine Hoffnung ist, dass wir wieder mehr werden und gemeinsam zeigen, dass uns Frieden wichtig ist.“

Wer mit den Akteuren der Friedensaktion ins Gespräch kommen möchte, kann dies gern über den Montagsspaziergänger-Kanal auf Telegram unter https://t.me/Altenburgstehtauf tun oder jeden Montag ab 17.45 Uhr vor Beginn des Spaziergangs.

Die Gespräche führte Silke Konzag.

 

BU-Foto 1: V. l. n. r.: Heiko Sell, Dagmar Schweigler, Maria Geier und Simone Kopp platzierten am Montag, dem 9. März, selbst gebastelte Friedenstauben an drei Baumeinpflanzungen auf dem Altenburger Markt, um ein Zeichen für den Frieden in aller Welt zu setzen.

 

Foto 1: Silke Konzag

Foto 2: KI-assistiert