Altenburg-Ehrenberg. Mehrere Bürger haben uns auf den neuen Funkmast in Ehrenberg aufmerksam gemacht. Da das Bauvorhaben der Stadt sicher bekannt sein wird, bitten wir Sie um nähere Informationen zum Betreiber und zur Errichtung des Mastes.Zahlreiche Menschen in der Region berichten sowohl über Störungen und Ausfälle im Festnetz als auch über eine unzureichende Mobilfunkversorgung. Entsprechende Beschwerden erreichen uns regelmäßig. Die Problematik betrifft auch die Orte Klausa und Ehrenhain, wie der KURIER in seiner Ausgabe vom 18. Juli 2026 auf Seite 2 berichtet. Der Unmut in der Bevölkerung ist groß, da die Bürgerinnen und Bürger auf eine zuverlässige Erreichbarkeit angewiesen sind.
Unsere Fragen an die Stadtverwaltung Altenburg
1. Wer ist der Betreiber des Funkmastes?
2. Welches Bauunternehmen wurde mit der Errichtung beauftragt?
3. Welche Mobilfunkanbieter nutzen den Mast beziehungsweise sollen dort aufgeschaltet werden?
4. Aus welchem Grund ist ein zweiter Funkmast in Ehrenberg erforderlich?
5. Ist durch den neuen Mast mit einer Verbesserung der Mobilfunkversorgung in der angegebenen Region zu rechnen? Falls ja, ab wann? Falls nein, warum nicht?
Antwort Stadtverwaltung Altenburg: Die Stadt Altenburg ist lediglich insofern mit dem Thema befasst, als dass sie den Bau von Funkmasten genehmigen muss. Wer den Masten betreibt dürfen wir aus Datenschutzgründen nicht mitteilen.
Die Anfrage stellte Silke Konzag.
Anmerkung der Redaktion
Da die Antwort unbefriedigte bis wenig hilfreich für die Betroffenen war, half uns KI weiter, hier ihre Antwort: Am besten wendest du dich mit dem genauen Standort des Funkturms an die zuständige Gemeinde oder den Fachdienst Bauordnung des Landratsamts Altenburger Land. Dort kann geprüft werden, wer als Bauherr oder Betreiber eingetragen ist. Falls der Betreiber dort nicht bekannt ist, kann die Behörde bei der Bundesnetzagentur eine Funkbetreiberauskunft anfordern. Die Bundesnetzagentur übermittelt Behörden dabei die Kontaktdaten der zuständigen Funkbetreiber. Daraufhin schrieben wir den Bundesnetzagentur an und erkundigten uns nach dem Betrieber des Funktumes.
KURIER fragt die Bundesnetzagentur
Trifft die Aussage der Stadtverwaltung Altenburg zu, dass sie der Presse aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft über den Betreiber erteilen darf?
Von Seiten der Bundesnetzagentur gibt es in diesem Fall keine datenschutzrechtlichen Bedenken. Datenschutzrechtliche Belange kommen erst zum Tragen, wenn es sich um eine sicherheitsrelevante Funkanlage handelt, z. B. für den Katastrophenschutz.
Wer ist der Betreiber des Funkmastes? Wir erbitten hiermit eine Funkbetreiberauskunft.
Für den im Aufbau befindlichen Standort hat die Bundesnetzagentur eine Standortbescheinigung erteilt, welche die erstmalige Errichtung von (Mobil-)Funksysteme der Telekom Deutschland GmbH auf einem freistehenden Mast in der Gemarkung Stünzhain berücksichtigt.
Welches Bauunternehmen wurde mit der Errichtung beauftragt?
Die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) errichtet im Auftrag der Telekom Deutschland GmbH die Mobilfunkanlage.
Welche Mobilfunkanbieter nutzen den Mast beziehungsweise sollen künftig dort aufgeschaltet werden?
Nach seiner Errichtung soll der neue Mast von (Mobil-)Funksystemen der Telekom Deutschland GmbH genutzt werden. Der Antennenträger ist in Hinblick auf seine Statik auch in der Lage, Funksysteme von Wettbewerbern der Telekom aufzunehmen. Ob es zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Standort-Mitnutzung kommt, ist der Bundesnetzagentur derzeit nicht bekannt.
Aus welchem Grund ist ein zweiter Funkmast in Ehrenberg erforderlich?
Die Netze der drei etablierten Mobilfunkbetreiber in Deutschland unterscheiden sich im Aufbau voneinander. Aufgrund der eigenen Netztopologie benötigen die Netzbetreiber aus technischen Gründen gelegentlich einen anderen Suchkreis. Der Standort eines Wettbewerbers eignet sich in solchen Fällen nur sehr bedingt für das eigene Netz und würde nur eine geringe Verbesserung der Versorgung ermöglichen, ohne die Versorgungsprobleme gänzlich zu beheben. Daher kann es vorkommen, dass ein Netzbetreiber einen fürs eigene Netz geeigneteren Standort im Umfeld einer bestehenden Anlage eines Wettbewerbers sucht.
Ist durch den neuen Mast mit einer Verbesserung der Mobilfunkversorgung in der genannten Region zu rechnen?
Der Bundesnetzagentur liegen keine Informationen zu einzelnen Netzausbaumaßnahmen der Betreiber vor. Für nähere Informationen zur Netzplanung und konkreten Ausbaumaßnahmen vor Ort wenden Sie sich bitte direkt an die Netzbetreiber.
Welche Telefon-/Internetverträge sollen die Bürger abschließen, wenn keiner der Anbieter eine zuverlässige Erreichbarkeit garantieren kann?
Je nach Versorgungssituation vor Ort könnte der Wechsel zu einem Anbieter in einem anderen Mobilfunknetz die Situation bei schlechtem Empfang zumindest verbessern. Über Test-SIM-Karten der Anbieter können Verbraucher die Versorgung vor Ort unverbindlich und gegebenenfalls kostenlos prüfen. Dies wäre im von Ihnen beschriebenen Fall möglicherweise eine Option. Kundinnen und Kunden, sollten dazu direkt bei den Anbietern nachfragen, ob entsprechende Test-SIM-Karten verfügbar sind. Empfangsprobleme in Häusern und Wohnungen sind häufig auf die Bausubstanz zurückzuführen. So können Empfangsverluste innerhalb von Gebäuden aufgrund von bautechnischen Faktoren – wie z. B. Wandstärke, Stahlbeton, Art der Verglasung – erheblich sein. Möglicherweise könnte der Wechsel auf WLAN-Telefonie („Voice-over-WiFi“) zumindest bei der Indoor-Versorgung Abhilfe schaffen. Der Rechtsanspruch auf Versorgung bezieht sich primär auf einen stationären Anschlusspunkt am Wohn- oder Geschäftsort. Die Versorgung kann über Festnetz-, Mobilfunk- oder Satellitentechnik sichergestellt werden. Es besteht jedoch kein Anspruch auf eine flächendeckende mobile Versorgung. Weiterführende Informationen sind auf der Informationsseite zum Recht auf Versorgung verfügbar: https://www.bundesnetzagentur.de/versorgungtk.
Wie beurteilen Sie die Gesamtlage in der Region, die hier lediglich als Beispiel dient? Im Altenburger Land gibt es zahlreiche weitere Orte, aus denen Beschwerden über unzureichende Telefon- und Netzverbindungen bekannt sind.
Der Landkreis Altenburger Land verfügt nach unseren Daten über eine vergleichsweise gute Mobilfunk-Abdeckung. Sowohl im Vergleich mit dem gesamten Land Thüringen als auch mit der gesamten Bundesrepublik kommt der Kreis bei sämtlichen Standards (2G, 4G, 5G) auf die höchsten und bei den Funklöchern auf die niedrigsten Flächenanteile. Wichtig ist dabei allerdings, dass beispielsweise eine 99-prozentige Abdeckung bedeutet, dass 99 Prozent der Fläche von mindestens einem Netzbetreiber abgedeckt ist – aber nicht, dass jeder Netzbetreiber für sich diese 99 Prozent ebenfalls abdeckt. Die subjektive Wahrnehmung kann daher deutlich abweichen.
KURIER fragt die Telekom Deutschland GmbH
Wir haben die Deutsche Telekom AG gefragt, welche Mobilfunkanbieter den neu errichteten Funkmast künftig nutzen werden und ob neben der Telekom bereits Gespräche oder Vereinbarungen über eine Mitnutzung durch andere Netzbetreiber bestehen. Zudem wollten wir wissen, welche Ortschaften und Gebiete durch den neuen Standort besser versorgt werden sollen und ob insbesondere Ehrenberg, Klausa, Ehrenhain sowie angrenzende Bereiche von der Anlage profitieren. Darüber hinaus haben wir nach dem geplanten Zeitpunkt der vollständigen Inbetriebnahme und den verfügbaren Mobilfunkstandards, etwa LTE und 5G, gefragt. Von Interesse war außerdem, mit welchen konkreten Verbesserungen die Bürgerinnen und Bürger bei der Netzabdeckung, Gesprächsqualität, Datenübertragung und Versorgung innerhalb von Gebäuden rechnen können. Abschließend haben wir um eine Einschätzung gebeten, wie die angespannte Mobilfunk- und Telekommunikationsversorgung in der Region dauerhaft verbessert werden kann. Dabei ging es auch um mögliche weitere Standorte, technische Erweiterungen oder andere Maßnahmen. Außerdem wollten wir wissen, warum der bereits bestehende Funkmast in Ehrenberg für eine ausreichende Versorgung der Region nicht ausreicht.
Antwort der Deutschen Telekom AG: Die Deutsche Telekom plant seit längerer Zeit den Ausbau des Mobilfunknetzes im Bereich Altenburg-Ehrenberg. Der Bereich ist unzureichend versorgt, unseren Planungen laufen bereits. Zur Wahrheit gehört auch, dass wir seit 2019 auf der Suche nach einem geeigneten Standort waren. Im Verlauf der siebenjährigen Suche erhielten wir Zu- und dann auch wieder Absagen für die Errichtung eines Standorts – es war ein Auf und ein Ab. Das Nachsehen haben immer die Menschen vor Ort. Letztendlich konnte eine geeignete Liegenschaft in der Gemarkung Stünzhain gefunden werden. Dort wurde nun ein Antennenträger errichtet, an dem die Telekom ihre Antennen und Systemtechnik für 4G (LTE) und 5G installiert und ihre Kunden mit dem besten Netz versorgen kann. Profitieren werden durch diesen Mobilfunkstandort zukünftig die Ortschaften Stünzhain, Ehrenberg, Modelwitz, Lehnitzsch, Zschechwitz, Paditz, Mockern und Modelwitz.
Die Telekom plant die Inbetriebnahme des Standortes im 4. Quartal 2026. Inwiefern die Mitnutzung des Standortes angenommen wird, liegt bei den anderen Mobilfunkfunknetzbetreibern. Im südlichen Bereich der Ortschaft Ehrenhain betreibt die Telekom einen Mobilfunkstandort mit 4G (LTE) und 5G zur Versorgung der Ortschaften Ehrenhain, Oberamsdorf, Heiersdorf und Mockzig. Unsere Techniker haben noch einmal geprüft, die Anlage läuft und lief störungsfrei und versorgt unsere Kunden. Nördlich von Ehrenhain liegen die Ortschaften Garbus und Klausa. Dort befindet sich ein sogenannter Whitespot. Ein Whitespot ist ein Bereich, der aktuell von keinem Mobilfunknetzbetreiber versorgt wird. Die Versorgung der Whitespots wird über die Bundesnetzagentur geregelt. Sie hat Vodafone den Bereich zugewiesen mit der Aufgabe dort eine Versorgung aufzubauen.
Die Telekom beabsichtigt diesen Standort nach Fertigstellung mitzunutzen. Geplant ist eine Errichtung eines Mobilfunkstandort zwischen den Ortschaften Garbus und Klausa. Damit werden die Ortschaften Garbus, Klausa, Hauersdorf und Dippelsdorf sowie Teilbereiche der Bundesstraße B180 mit modernem Mobilfunk versorgt. Aktuell liegen uns allerdings noch keine näheren Angaben zur baulichen Fertigstellung und damit auch zur Mitnutzung vor. Im Bereich der Gemeinde Nobitz plant die Telekom aktuell einen Ausbau mit drei Standorten in Ziegelheim, Garbus und in Nobitz selbst. Auch dort werden wir unsere Kunden mit modernstem Mobilfunk über 4G (LTE ) und 5G versorgen.
Wir informieren die örtlichen Medien und die Öffentlichkeit sobald die Anlagen in Betrieb gehen und halten Sie gerne auf dem Laufenden.
Noch als Hintergrund für Sie und Ihre Leser:
Beim Ausbau ist die Telekom auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen oder privaten Eigentümern angewiesen, um Flächen für neue Standorte anmieten zu können. Vermieter erhalten dafür eine langfristige ortsübliche Miete. Wer eine Fläche für einen Dach- oder Maststandort anbieten möchte, kann sich an die Deutsche Funkturm wenden: www.dfmg.de/standortangebot. Die Deutsche Funkturm baut die Mobilfunkstandorte der Telekom.
Die Anfragen stellte Silke Konzag.
BU: Überschicht der Auslastung im Altenburger Land zum Vergleich von Gesamt-Thüringen und Deutschland. / Quelle: Bundesnetzagentur
