Altenburg. Kürzlich hatte der KURIER die Gelegenheit, einen Blick in die unterirdische „Schaltzentrale“ des beliebten Springbrunnens zu werfen. Zudem führten wir ein kurzes Gespräch mit einem Mitarbeiter der Stadt, der für diesen Bereich zuständig ist. Dabei bemerkten wir auch, dass ein neuer Trinkwasserbrunnen installiert worden. Um weitere Einzelheiten zu erfahren, wandten wir uns anschließend an die Pressestelle der Stadtverwaltung Altenburg.

1. Installation und Vorzüge des Trinkwasserbrunnens

Wann wurde der neue Trinkwasserbrunnen auf der unteren Marktseite installiert? Welche besonderen Vorzüge beziehungsweise technischen Funktionen besitzt er?

Der neue Wasserspender wurde im Frühjahr in Betrieb genommen. Er ersetzt das Vorgängermodell, das sich für diesen Standort nicht eignete. Jeder kann sich nun auf dem Altenburger Marktplatz kostenlos sauberes Trinkwasser abfüllen. Die Stadt leistet damit einen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung, insbesondere der älteren Menschen, vor den Folgen des Klimawandels, der zu heißeren Sommern führt.

2. Kosten und Verantwortlichkeit

a) Welche zusätzlichen Kosten sind im Zusammenhang mit dem Brunnen entstanden, der nun über eine Spülfunktion verfügt? Wie hoch waren die Kosten für den ersten Brunnen und wie hoch waren sie für den zweiten?

b) Wer trägt die Verantwortung für den dadurch entstandenen finanziellen Schaden, insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Vorhaben sowohl durch das EU-Förderprogramm LEADER zur Entwicklung des ländlichen Raums beziehungsweise durch das LEADER-Regionalbudget für das Altenburger Land als auch durch städtische Eigenmittel finanziert wurde?

Die Finanzierung des ersten Wasserspenders erfolgte zum Großteil mit Mitteln aus dem EU-Förderprogramm LEADER zur Entwicklung des ländlichen Raums. Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 21.000 Euro kamen circa 14.000 Euro aus dem LEADER-Regionalbudget für das Altenburger Land, etwa 7.000 Euro steuerte die Stadt aus Eigenmitteln bei. Über die Anschaffungskosten für den neuen Wasserspender hat die Stadt mit dem Hersteller verhandelt und im Ergebnis eine Art Rabatt erwirtschaftet: Er kostete 6.000 Euro.

3. Weitere Trinkwasserbrunnen im Stadtgebiet

Es war die Rede davon, aufgrund der hohen Temperaturen mehrere solcher Trinkwasserbrunnen im Stadtgebiet aufzustellen. Was ist aus diesem Vorhaben geworden, insbesondere im Hinblick auf den Nordplatz? Wann ist mit einer Umsetzung zu rechnen?

Die geplante Inbetriebnahme eines Wasserspenders auf dem Nordplatz schaffen wir in diesem Jahr nicht mehr.

4. Technik, Wartung und laufende Kosten

a) Wie funktioniert die unterirdische Schalt- und Steuerungsanlage für den Trinkwasserbrunnen und den Springbrun-nen? Wer ist für die Wartung der gesamten Anlage zuständig?

b) Werden für den Betrieb oder die Reinigung des Trinkwasserbrunnens und des Springbrunnens Chemikalien benötigt? Falls ja, welche Chemikalien kommen dabei zum Einsatz?

c) Welche jährlichen Betriebs-, Wartungs- und Reinigungskosten sind für die gesamte Anlage veranschlagt?

Der Trinkwasserspender ist nicht in die Schaltung des Wasserspiels eingebunden. Der Spender ist ausschließlich ans Trinkwassernetz angeschlossen. Die elektrische Steuerung funktioniert über eine integrierte Spannungsversorgung durch einen Akku. Ein Bewegungssensor steuert das Magnetventil elektrisch an, dieses öffnet wiederum ein Ventil zum Durchfluss des Trinkwassers. Eine eingebaute Zeitschaltuhr öffnet die Trinkwasserleitung über ein Ventil in regelmäßigen Abständen, um längeres Stehen des Wassers in den Leitungen zu vermeiden. Für die Wartung und Reparatur des Wasserspenders ist die Stadt zuständig. Der Trinkwasserspender wird jedes Frühjahr und im Herbst vor der In- und Außerbetriebnahme durch eine Fremdfirma mithilfe von Dosiertechnik und Chloroxidlösung desinfiziert, sodass die angeschlossenen Leitungen nicht mit Keimen besetzt sein können. Vor der Freigabe wird durch das zuständige Gesundheitsamt des Landkreises eine Trinkwasserprobe untersucht. Die Kosten belaufen sich jährlich auf etwa 3.000 Euro.

Die Anfrage stellte Silke Konzag.

BU-Foto: Unterirdische Schaltzentrale für neuen Trinkwasserspender und Springbrunnen auf dem Altenburger Marktplatz.