Altenburg. Manchmal schreibt der Zufall Geschichten: Die Einladung des KURIERs zum zweiten Sommerfest der „Besonderen Wohnform“ in der Zeitzer Straße entstand ganz nebenbei – beim        Eisessen auf dem Altenburger Marktplatz. Eine Betreuerin setzte sich mit zwei ihrer Schützlinge an meinen Tisch, und schnell kamen wir ins Gespräch.

Sommerparty mit feucht-fröhlicher Wasserschlacht und witzigen Programmeinlagen

Bei angenehmen sommerlichen Temperaturen füllten sich die aufgestellten Partygarnituren im schattigen Innenhof des Neubaus schnell. Die Bewohner, ihre Familien und Angehörigen kamen zusammen, um gemeinsam zu feiern. Auch aus der Wohngruppe in Rositz waren fünf Bewohner aus der Bebelstraße mit ihrer Betreuerin Anke mit dem Bus nach Altenburg gekommen. Leider konnten nicht alle teilnehmen, da einige Bewohner aktiv im Kegelsportverein Rositz e. V. kegeln und an diesem Tag verhindert waren.

Seit November 2023 haben die Bewohner in der Zeitzer Straße ein neues Zuhause gefunden und sich dort gut eingelebt. Das Wohnprojekt wurde von der AWG Wohnungsgenossenschaft eG Altenburg gemeinsam mit der Lebenshilfe Altenburg e. V. konzipiert.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Bereichsleiter Normen Reiche und Bewohner Frank startete das kleine Unterhaltungsprogramm der Musik- und Tanz-AG. Die Betreuer Lisa und Lukas sangen mit Sandra und Roland bekannte Lieder wie „Sommerfest auf der Wiese“, „Ein Bett im Kornfeld“ und „Ein Kompliment“. Lukas begleitete die „kleine Band“ auf der Gitarre. Für besonders viel Freude sorgten anschließend drei übergroße, mit Luft gefüllte „Tanzmäuse“. Zu „Hier kommt die Maus“, „Gute Laune“ und einem Song von Michael Jackson tanzten sie ausgelassen und eroberten die Herzen des Publikums im Sturm. Danach gab es Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. Im Gartenbereich luden Dosenwerfen, Ballwurfspiele, Entenangeln und ein Fotoshooting zum Mitmachen ein. Auch die liebevoll angelegten Hochbeete konnten bestaunt werden. Dass Entenangeln keineswegs langweilig sein muss, zeigte sich wenig später: Aus dem zunächst ruhigen Spiel entwickelte sich eine fröhliche Wasserschlacht, bei der Bewohner, Gäste und Betreuer gleichermaßen ihren Spaß hatten. So mancher musste anschließend erst einmal wieder trockengelegt werden. Für zusätzliche Abkühlung sorgte Leander Pester mit seinem mobilen Eiswagen. Und natürlich durften bei einer gelungenen Sommerparty auch frisch Gegrilltes und erfrischende Sommergetränke nicht fehlen. Besonders schön waren zudem die liebevoll gestalteten Tisch- und Zeltdekorationen, die Bewohner und Betreuer bereits Wochen zuvor gemeinsam gebastelt hatten. Einige Betreuer trugen außerdem T-Shirts mit typischen Sprüchen der Bewohner – darunter „Geh in dein Bett“, ein Ausspruch von Christine Löffler. So wurde der 7. August 2026 zu einem fröhlichen Sommertag voller Musik und Schlager, Gemeinschaft, guter Laune und netter Gespräche.

Stimmen vom Fest – über das Angekommensein und Wohlfühlen

„Mein Sohn fühlt sich hier sehr wohl. Und die Betreuer geben sich wirklich sehr viel Mühe.“

Andere Besucher erzählte: 

  • „Ich bin extra aus Bamberg gekommen. Ich war schon vor zwei Jahren hier und fand das Fest damals so schön, dass ich unbedingt wiederkommen wollte. Man merkt, wie viel Mühe sich alle geben – schon die Dekoration ist wunderschön, dazu der Kuchen und die Musik.“
  •  „Mein Cousin hat schon länger Kontakt zur Lebenshilfe und hat vorher auch in der Birkenstraße gewohnt. Hier hat er sich sehr gut eingelebt. Er ist sehr zufrieden, und ihm gefällt es.“
  •  „Wir sind mit der Einrichtung sehr zufrieden. Es ist alles sauber und in Ordnung, und es wird sich gut gekümmert. Auch so ein Sommerfest ist natürlich toll. Was hier auf die Beine gestellt wird, ist wirklich schön.“
  • „Er fühlt sich hier wohl und ist sehr gerne hier. Natürlich kommt er auch ab und zu nach Hause, wenn er möchte – aber anschließend kommt er auch gerne wieder hierher zurück.“
  • „Ich bin sehr zufrieden. Michael hat sich sehr gut eingelebt, und es läuft wirklich sehr gut. Er geht auf die Leute zu, ist sehr interessiert und unglaublich neugierig. Hier wird auf den Menschen eingegangen und nicht nur auf den Pflegebedarf. Auch in der Regenbogenschule waren sie unglaublich erfinderisch. Sie haben sich viel einfallen lassen, damit er trotz seiner Einschränkungen mit den Händen arbeiten konnte.“
  •  „Wir sind hier schon immer sehr zufrieden. Die Mitarbeiter sind freundlich und zuvorkommend und kümmern sich gut um die Belange der Bewohner. Wenn es Schwierigkeiten gibt oder etwas geregelt werden muss, suchen sie das Gespräch mit uns. Dabei wird geschaut, was wir selbst tun können und was sich aus unserer Sicht vielleicht noch verbessern lässt. Für uns ist vor allem wichtig zu wissen, dass unser Sohn hier gut aufgehoben ist.“

Silke Konzag

 

sk-PS: Was in nahezu allen Gesprächen zu spüren war, ist die Dankbarkeit für die liebevolle Betreuung und das gute Zuhause, das die Bewohner bei der „Besonderen Wohnform“ gefunden haben. Das Team trägt mit viel Engagement, Geduld und Herzlichkeit dazu bei, dass Menschen mit Behinderung selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilhaben und ihren Alltag nach ihren Möglichkeiten selbstbestimmt gestalten können. Dafür gebührt den Mitarbeitern großer Respekt und Anerkennung.

Im Gespräch mit René Lippold, dem Geschäftsführer der Lebenshilfe Altenburg e. V., erfuhr der KURIER zudem, wie lang und fordernd ein Arbeitstag für Menschen mit Behinderung sein kann, die in der Werkstatt der Lebenshilfe tätig sind. Einige stehen bereits gegen 5 Uhr morgens auf und kehren erst gegen 16.30 Uhr in ihre Wohnstätte zurück. Darauf wird der KURIER zu einem späteren Zeitpunkt noch ausführlicher eingehen. Denn über die Lebenshilfe-Werkstatt und viele weitere neue Projekte gibt es noch viel zu berichten.

 

Anmerkung: Mehr zu diesem Thema finden Sie in der aktuellen Ausgabe unseres E-Papers.

Fotos (alle): © Silke Konzag