Altenburg. Am Pfingstsamstag, dem 23. Mai 2026, trafen sich 15 Ehrenamtliche und Freiwillige in der Music Hall am Johannisgraben 5 in Altenburg bei sommerlichen Temperaturen, um mehr darüber zu erfahren, wie sie Fördergelder für ihre Projekte gezielter und erfolgreicher erhalten können. Denn: Ehrenamt wird auch gefördert! Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) bot diese Weiterbildung an, weil so manches Mal die Förderanträge „kompliziert“, schwer zu finden und zu verstehen sind. Dann ist der Frust entsprechend hoch. Die Erfolgsaussichten sind gering, obwohl es vielleicht supergute Ideen sind, aber das nötige Know-how – „gewusst wie“ – fehlt, um diese überzeugend und „formgerecht“ an den entsprechenden Stellen zu übermitteln.

Circa 20 solcher „Fördermittelwerkstätten“ bietet die Stiftung pro Jahr an, erklärt Martin Glewe, ein Referent, spezialisiert auf Fördermittel und „Geld-Akquirierung“, der zusammen mit einem weiteren Kollegen dieses eintägige Seminar leitet, welches von 9.00 Uhr morgens bis 17.00 Uhr dauerte. Diese Weiterbildungen fänden vor allem in mittelgroßen Städten statt. So unter anderem schon in Sömmerda und Suhl. Platz wäre dieses Mal für 25 Teilnehmende gewesen, aber aufgrund von Pfingsten, hätten sich weniger angemeldet.  

Eine ehrenamtliche Helferin, die sich angemeldet hat, ist Lisa P. aus Altenburg, die sich im Kleingartenverein „Einheit“ engagiert. Sie wollte sich informieren, was bei der Fördermittelbeantragung zu beachten sei. Sie sei mit der Weiterbildung zufrieden, habe einiges dazulernen können und freue sich, neue Leute kennenzulernen.

Simone Rieth, Referentin „Engagementstärkung“ aus Erfurt, die die Teilnehmenden, neben den beiden Referenten, diesen Tag über begleitet, ist bei der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) angestellt, mit Herzblut dabei und vom Konzept der Stiftung überzeugt. Es ginge darum, Tipps mit auf den Weg zu geben: Was klappt wo am besten, worauf muss man achten, welche Förderprogramme sind für was geeignet, wie muss ein Fördergeld-Antrag formuliert werden, und wie muss das Konzept aufgebaut werden, damit es überzeugend rüberkommt und am Ende Fördergelder fließen? Unter anderem müssten Ziele formuliert werden, konkrete Vorhaben, Kalkulationen … Die Regeln und Bestimmungen werden, je größer die Fördergeldsummen und je näher es an die EU-Ebene ginge, sehr kompliziert. Es sei wichtig, im Kleinen anzufangen und sich zu vernetzen, auch mit anderen Vereinen. So könne man auch voneinander lernen. Von den Teilnehmenden erhielten sie später auch positives Feedback, unter anderem über ihre Hotline (03981/4569-600), wenn zum Beispiel Förderanträge genehmigt wurden. In dieser Hotline können im Vorfeld schon Fragen zu verschiedenen Themen gestellt werden. 

Gerne verweist Simone Rieth auf ein unkompliziertes „Mikroförderprogramm“ bis zu 1.500 Euro, welches unter https://www.deutsche-stiftung-engagement-und-ehrenamt.de/mikrofoerderprogramm/ abgerufen werden kann. Auf der angegebenen Seite werden auch geförderte Projekte vorgestellt. So erfährt man, unter anderem, dass die Igelstation in Altenburg mit einem Infostand und Infomaterial ausgerüstet wurden. 

Die Verpflegung während der Weiterbildung wurde übernommen, und so kamen die Teilnehmenden in den Genuss eines kreativen Buffets. Die Anerkennung für ehrenamtliche Helfer kann nicht groß genug sein! Mögen sie zukünftig großzügig und unbürokratisch in ihrem freiwilligen Schaffen gefördert werden! Der Abbau bürokratischer Hürden würde, nicht nur, in diesem Bereich der Gesellschaft zugutekommen!

Ilka Dziengel

 

BU-Foto:

Interessierte Teilnehmer und Referenten der Fördermittelwerkstatt „Ehrenamt“.

Foto: Ilka Dziengel

 

 

 

 

Wer ist die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE)? – Welche Aufgaben erfüllt sie?

 

 

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) unterstützt Menschen und ihre Organisationen mit vielfältigen Angeboten und gibt dem Ehrenamt Impulse und bietet ganz konkrete Hilfestellungen für alle Fragen rund um den ehrenamtlichen Alltag. Die Gründung der DSEE selbst ist ein zentrales Ergebnis der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“. Diese Stiftung war und ist ein gemeinsames Vorhaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Bundesministeriums des Innern und für Heimat sowie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Ziel der Stiftung ist es, insbesondere in strukturschwachen und ländlichen Landesteilen das Ehrenamt nachhaltig zu stärken – in Abstimmung mit bereits bestehenden Bundesprogrammen. Sie ist die erste zentrale Anlaufstelle, die bundesweit ehrenamtlich Engagierte unterstützt. Die Stiftung dient vor allem als Servicestelle. Es soll aufgezeigt werden, wo sich Fördermittel beantragen lassen und wer bei rechtlichen Fragen helfen kann. Außerdem will die Stiftung zukünftig durch unterschiedliche Vernetzungsangebote Engagierte zusammenbringen und bei der Gewinnung neuer Ehrenamtlicher helfen und Fortbildungen anbieten. Inhaltliche Schwerpunkte liegen besonders auf funktionierenden Online-Angeboten und der passenden digitalen Infrastruktur in ländlichen Regionen. Diese seien essenziell für die Arbeit von Vereinen und anderen gemeinnützigen Organisationen, besonders in Krisenzeiten. Deshalb spielen Angebote rund um das Thema Digitalisierung eine herausragende Rolle. 

Ziel der Bundesregierung ist es, das Ehrenamt besonders in strukturschwachen und ländlichen Regionen zu fördern. Darunter fallen viele Teile in Ostdeutschland. Deshalb wurde die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt in der 22.000-Einwohner-Stadt Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2020 angesiedelt. Knapp 100 Mitarbeitende hat die Bundesstiftung. 

Ehrenamt und freiwilliges Engagement sind wichtig für unser Land, da sie eine herausragende Rolle zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts spielen. Gerade in den ländlichen Regionen hat freiwilliger Einsatz eine besondere und lange Tradition, beispielsweise bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Verein oder bei der Freien Wohlfahrtspflege. Wer sich ehrenamtlich engagiert, trägt aktiv zur Sicherung der Daseinsvorsorge, zum Erhalt des Miteinanders und zur Lebensqualität bei. Zudem empfänden die allermeisten der etwa 29 Millionen ehrenamtlich Aktiven in Deutschland ihren Einsatz als persönliche Bereicherung.

Das Grundgesetz erhält einen „Ehrentag“ – und was das Ehrenamt damit zu tun hat 

Hätten Sie es gewusst, dass der 23. Mai ein besonderer Tag ist?! Ein „Ehrentag“. Denn an diesem Tag feierte das Grundgesetz in diesem Jahr seinen 77. „Geburtstag“. Und aus diesem Grund wurde der „Ehrentag“ von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier  ins Leben gerufen. Auf https://www.ehrentag.de/ueber-den-ehrentag/ sagt Steinmeier unter anderem Folgendes: „Demokratie lebt von der Gemeinschaft. Am 23. Mai hat unser Grundgesetz Geburtstag. Es ist das Fundament unserer Demokratie, das uns Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde garantiert. Denn Demokratie lebt von Menschen, die mitmachen.“

Aus diesem Grunde solle dieser Tag als Geburtstag gefeiert werden und es sollten an diesem Tag alle mit anpacken, um unser Land ein bisschen besser zu machen. Spaß und Begegnung sollten dabei im Mittelpunkt stehen.

Der Aktionszeitraum ging vom 16. bis zum 31. Mai 2026. Unter https://www.ehrentag.de/aktuelles/der-ehrentag-ist-da-mach-mit/ wurden bundesweite Aktionen von Vereinen, Organisationen, Unternehmen, Kommunen, Künstlern, wie Herbert Grönemeyer, und Einzelpersonen in Stadt und Land heruntergeladen.

Anmerkung der Redaktion:

„Demokratie lebt von der Gemeinschaft.“ Das hört sich wunderbar an. Auch die Idee des Bundeskanzlers, das Grundgesetz mit dem Tag des Ehrenamtes zu würdigen, ist gut. Nur: Das Grundgesetz beinhaltet wesentlich mehr und sehr wichtige Aspekte des menschlichen Zusammenlebens. Deshalb sollte der Inhalt des Grundgesetzes von allen, die Deutschland regieren, die in Deutschland leben und leben wollen, gelesen, verstanden, verinnerlicht und gelebt werden. Dann wäre allen geholfen. 

Ilka Dziengel