Altenburg. Am Montag, den 29. Juni 2026, besuchte und begutachtete die Jury des Bundeswettbewerbs „Gärten im Städtebau“ die Kleingartenanlage „Glück auf Altenburg“. Neben der Jury und dem Vorsitzenden der Gartenanlage, Klaus Engelmann, waren auch zahlreiche Vertreter aus Politik, Interessenvertreter, sowie Presse und Öffentlichkeitsarbeit vor Ort, wie zum Beispiel Dr. Wolfgang Preuß (Vorsitzender des Regionalverband Altenburger Land der Kleingärtner e.V., Präsident des Landesverbandes Thüringen der Garten-freunde e. V. und Präsidiumsmitglied Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V.) und Bürgermeister von Altenburg, Frank Rosenfeld, der ebenfalls eine kurze Ansprache hielt und die Bedeutung des Kleingartenvereins würdigte.

Der Bundeswettbewerb zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen im deutschen Kleingartenwesen und gilt als wichtigster Ideenwettbewerb zur urbanen Gartenkultur und als eine Art deutsche Meisterschaft der Kleingärtnervereine.

Nach dem Gewinn des 1. Platzes im Thüringer Landeswettbewerb der Kleingärtner 2025 vertritt diese Gartenanlage nun nicht nur das Land Thüringen, sondern auch die Stadt Altenburg auf Bundesebene. Im Jahre 2018 belegte die Gartenanlage beim selben Wettbewerb den 3. Platz und durfte deshalb erst wieder nach 8 Jahren teilnehmen.

Die große „Rundreise“ der Jury startete am 22. Juni 2026 in Berlin und führte innerhalb von neun Tagen zu insgesamt 19 ausgewählten Kleingartenanlagen in ganz Deutschland.

Der Wettbewerb wurde 1951 ins Leben gerufen. Er wird im 4-Jahres-Rhythmus gemeinsam vom Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e. V. (BKD) und dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen durchgeführt und steht dafür, besondere städtebauliche, ökologische, gartenkulturelle und soziale Leistungen zu würdigen, mit denen Kleingärtnervereine über die Grenzen der Gartenanlage hinaus positive Impulse in das Wohnumfeld senden. Durch ihn werden Städte, Gemeinden und deren beispielhafte Kleingartenpolitik gewürdigt. Zugleich werden mit dem Wettbewerb das bürgerschaftliche Engagement ausgezeichnet und die Öffentlichkeit auf die Leistungen und Wirkungen des Kleingartenwesens für die Gesellschaft aufmerksam gemacht.

Zu den Bewertungskriterien zählen viele weitere Aspekte, wie städtebauliche Einordnung der Anlage und deren stadtklimatische Funktion, Umweltschutz- und naturschutzfachliche Projekte, ökologische Strategien und Maßnahmen, bürgerschaftliches Engage-ment in den Vereinen und die Umsetzung sozialer Projekte, Planung und Gestaltung der Anlagen, Gestaltung und Nutzung der Einzelgärten und als letzten Punkt die Qualität und Kreativität der Präsentation der Vereine und der Anlagen bei der Besichtigung. Eine Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung bildet den Höhepunkt am Ende des Wettbewerbsjahres.

Doch bis es soweit ist, vergibt die Jury für obige Kriterien bis zu 100 Punkte – einen davon für die sogenannte „Umweltgerechtigkeit“. Darunter wird verstanden, inwieweit auch sozial schwächere Personen in solch einer Gartenanlage partizipieren können oder ob die Ablösesummen für zum Beispiel Lauben, Bäume und Sträucher so hoch sind, mancherorts 10.000 Euro und mehr, sodass dies nur von wohlhabenderen zu stemmen sei, wie Corinna Hölzel, eines der Jury-Mitglieder, erklärte. 

Eine weitere Frage der Beurteilung lautet: Wird er seinem sozialen Auftrag gerecht, wirkt integrativ und gesellschaftlich nachhaltig, bezogen auf soziale Milieus, Kulturen, Nationalitäten und Generationen?

Auch in diesem Punkt ist „Glück Auf Altenburg“, welches im Jahr 1975 von der WISMUT gegründet wurde, vorbildlich. Hat doch diese Anlage auch Gartenliebhaber aus anderen Nationen aufgenommen. So bewirtschaften Khial Muhammad Amiri und S. Farhad Hashimi aus Afghanistan seit einigen Jahren je eine Parzelle und erfreuen sich an der Natur. Sie brachten die Jury zum Staunen, denn sie bauten Pflanzen für Tee und Kräuter an, die der Jury teils unbekannt waren. Außerdem nutzen sie Portulak, als eine Art Spinatfüllung, die in Teigtaschen zubereitet wird. Diese Wildgemüse-Pflanze sollte bei uns wieder viel mehr Beachtung finden, da sie essbar, sehr vitamin- und mineralstoffhaltig ist. 

Weiter bietet „Glück Auf Altenburg“ auf einer Fläche von 5,04 Hektar insgesamt 136 Parzellen für Naturfreunde und Hobbygärtner, die jeder nach seinem Gusto gestalten kann. Auch eine Parzelle mit Sportgeräten steht zur Verfügung, der Safran-Anbau wird an anderer Stelle erklärt, Jugendliche werden ans Gärtnern und Graffiti-Malerei herangeführt und es gibt noch vieles mehr zu entdecken.

In dieser grünen Oase der Erholung und Entfaltung hat es noch freie Plätze! Interessierte finden unter https://www.glueckauf-altenburg.de nähere Informationen. 

Glück Auf Altenburg“ und viel Erfolg!

 

Ilka Dziengel

 

Fotos (4): © Ilka Dziengel