Altenburg. Nach fast elf Monaten Bauzeit präsentiert sich das Freibad Süd in neuem Gewand. Seit Samstag, dem 11. Juli 2026, können Badegäste die umfassend modernisierte Anlage wieder nutzen. Bei einem Pressegespräch am 9. Juli 2026 stellte die Energie- und Wasserversorgung Altenburg GmbH (Ewa) das Freibad bei einem Rundgang erstmals der Presse vor.
Zum Pressegespräch begrüßten Ewa-Geschäftsführerin Andrea Schappmann, Ewa-Bauleiterin Janet Küttner, Ewa-Bäderleiter Oliver Heber, Ewa-Bäderreferent Mike Vollrath sowie Carola Blümel aus dem Bereich Marketing die Medienvertreter. An der Planung und Umsetzung des Bauprojektes beteiligt waren außerdem das Ingenieurbüro für Baubetreuung um Jens Haubold sowie die BAUCONZEPT® Planungsgesellschaft mbH mit Lea Gitschat.
Bereits einen Tag nach dem Saisonende am 25. August 2025 begannen die Arbeiten mit der Errichtung einer Baustraße. Im September wurden der alte Sprungturm sowie das ehemalige Sanitärgebäude abgerissen. Anschließend entstanden die Baugruben für das neue Funktionsgebäude und den Wasserspielplatz. Noch vor dem Winter konnte der Rohbau fertiggestellt werden, ehe eine längere witterungsbedingte Pause folgte. Trotz der längeren Winterpause konnte der Zeitplan eingehalten werden. Die ursprünglich in drei Bauabschnitte gegliederten Arbeiten wurden zusammengelegt und rechtzeitig abgeschlossen.
Termingerecht trotz Winterpause
Dass die Wiedereröffnung wie geplant erfolgen konnte, war für die Verantwortlichen keine Selbstverständlichkeit. Vor allem die lange Winterpause stellte die Bauarbeiten vor Herausforderungen. Umso größer war die Freude, den Zeitplan dennoch einhalten zu können. „Dass wir zum heutigen Tag hier wirklich fertig sind und Samstag an den Start gehen können, ist schon außergewöhnlich“, sagte Ewa-Geschäftsführerin Andrea Schappmann.
Besonders hob sie die Leistung aller Beteiligten hervor. Ihr Dank galt den eigenen Mitarbeitern, der Bauleitung sowie den insgesamt 24 beteiligten Firmen und Gewerken aus der Region. „Das ist echt dem Einsatz unserer Mitarbeiter mit zu verdanken. Und dass die Baufirmen alle zu uns gestanden und sich richtig ins Zeug gelegt haben“, betonte Schappmann. Mit einem Winter in dieser Ausprägung habe während der Bauzeit kaum jemand gerechnet. Umso bemerkenswerter sei es gewesen, den Eröffnungstermin dennoch halten zu können.
Neuer Sprungturm als Blickfang
Beim Rundgang fällt der Blick unweigerlich auf die neue Sprunganlage. Der frühere Betonturm mit seiner Zehn-Meter-Plattform, der aus Sicherheitsgründen bereits seit Jahren außer Betrieb war, ist verschwunden. An seine Stelle trat eine moderne Edelstahlkonstruktion mit einem Drei-Meter-Sprungbrett und einer Fünf-Meter-Sprungplattform. Die Sprungflächen bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff und bieten eine hohe Rutschfestigkeit sowie angenehmen Barfußkomfort. Edelstahlgeländer und rutschfeste Treppen sorgen zusätzlich für Sicherheit. Gemeinsam mit der bereits vorhandenen Edelstahl-Wellenrutsche fügt sich die Anlage harmonisch in das Erscheinungsbild des Schwimmerbeckens ein.
Wasserspielplatz für die jüngsten Badegäste
Vor allem Familien dürfen sich auf den neuen Wasserspielplatz freuen. Im hinteren Bereich des Freibades wartet künftig ein neues Angebot auf die jüngsten Badegäste. Spritzfiguren in Tierform, bunte Wasserräder, Wasserfontänen und kippende Wassertrichter sollen für Abwechslung sorgen. Die Spielfläche wurde mit rutschfestem Natursteinpflaster ausgestattet und mit einem großen Sonnensegel versehen. Sitzgelegenheiten im Schatten ermöglichen es Eltern, ihre Kinder beim Spielen im Blick zu behalten. Der Wasserspielplatz befindet sich derzeit noch in den letzten Vorbereitungen und soll nach der technischen Abnahme freigegeben werden.
Moderne Technik hinter den Kulissen
Auch das neue Sanitär- und Funktionsgebäude gehört zu den zentralen Bestandteilen der Modernisierung. Neben modernen Sanitär-anlagen mit separaten Duschen, einem barrierefreien WC und Wickelplatz befindet sich hier die technische Versorgung des Wasserspielplatzes einschließlich der Wasseraufbereitung. Während des Rundgangs erläuterten die Verantwortlichen außerdem, dass das Wasser zwar aufbereitet und desinfiziert werde, jedoch ausdrücklich kein Trinkwasser sei.
Vollständig abgeschlossen sind die Arbeiten allerdings noch nicht. Teile der Liegewiese bleiben zunächst gesperrt, damit sich der neu verlegte Rollrasen nach der Bauphase erholen und ausreichend verwurzeln kann. Auch der Volleyballplatz steht vorerst noch nicht zur Verfügung. Nach Angaben der Ewa soll sich dies jedoch schon bald ändern.
Die umfangreichen Baumaßnahmen schlagen nach derzeitigen Schätzungen mit rund 2,35 Millionen Euro zu Buche. Der größte Teil wurde durch Fördermittel von Bund und Land im Rahmen der Städtebauförderung finanziert. Weitere Mittel stammen von der Stadt Altenburg sowie aus Eigenmitteln der Ewa.
Weitere Modernisierungen bereits geplant
Mit der Wiedereröffnung ist die Entwicklung des Freibades noch nicht abgeschlossen. Als nächster Modernisierungsschritt ist nach Angaben der Ewa eine Selbstbedienungskasse mit Drehtür vorgesehen, die den Einlass künftig erleichtern soll. Langfristig hofft das Unternehmen außerdem auf weitere Fördermittel, um auch die Beckenanlage sowie die Umkleidebereiche zu sanieren.
„Es wäre schön, wenn wir das realisieren können. Aber das ist auch immer abhängig davon, ob wir Fördermittel bekommen. So ein Investitionsprojekt können wir nicht alleine starten“, erklärte Andrea Schappmann.
Für den laufenden Badebetrieb stehen derzeit zehn Mitarbeiter zur Verfügung. Gleichzeitig bildet die Ewa weiterhin Fachkräfte aus und wird in den Sommermonaten zusätzlich von Rettungsschwimmern unterstützt.
Zum Abschluss des Pressegesprächs wurde die neue Sprunganlage schließlich auch praktisch getestet. Trotz einer Wassertemperatur von lediglich 19 Grad wagten zwei Mitarbeiter des Freibads den Sprung ins Becken. Damit stand dem Start in die neue Freibadsaison nichts mehr im Wege.
Gina Hartmann
Anmerkung der Redaktion:
Ganz ohne Kritik bleibt die Modernisierung allerdings nicht. Einige regelmäßige Schwimmer bemängeln, dass der abgesperrte Bereich unter dem neuen Sprungturm einen erheblichen Teil des Schwimmerbeckens beansprucht. Nach ihrer Einschätzung können dadurch nur noch zwei der acht Bahnen über die volle Länge genutzt werden. Für alle, die regelmäßig im Freibad Süd ihre Bahnen ziehen, bedeutet das eine spürbare Einschränkung.
Fotos (5): Gina Hartmann
