Langenleuba-Niederhain. Die Premiere des neuesten Films „Aus der Asche“ von Uwe Müller konnten interessierte Bürger am 20. März 2026 um 19.00 Uhr in der Straßenschänke in Langenleuba-Niederhain anschauen. Der Eintritt war frei. Es wurde eine Spendenbox aufgestellt, um vom Erlös ein Basketballspiel für die Jugendarbeit im Ort zu kaufen. Beim emsigen Servicepersonal konnten Getränke bestellt und auch während der Vorstellung getrunken werden. Im Saal der gemütlichen Straßenschänke herrschte eine familiäre Atmosphäre. Das Film-Angebot wurde rege genutzt. Es mussten sogar noch zwei Stuhlreihen extra aufgestellt werden, da circa 140 Erwachsene und Kinder den Film schauen wollten. Und sie wurden nicht enttäuscht! Uwe Müller, seit 30 Jahren als professioneller Tierfilmer unterwegs, zeigte in diesem neuen Meisterwerk, mit grandiosen Bildern, Effekten und Makroaufnahmen, eine Dokumentation über Waldbrände, in der er Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen Studienbereichen und Ländern zu Wort kommen lässt. Diese berichten u.a. über ihre Forschungsarbeiten zum Thema Waldbrand, Aufforstung – die Gefahren von Monokulturen – und „was nach dem Waldbrand kommt“: Pionierpflanzen, wie Moose, Pilze, Zitterpappeln und Birken und Tiere, z.B. auf Brand spezialisierte Insekten, wie der Schwarze Kieferprachtkäfer, der seine Eier vor allem im verbrannten Holz ablegt, damit sich die Larven vom Totholz ernähren und durch ihre Ausscheidungen und Bodenorganismen daraus wieder neuen Humus bilden. Natürliche Waldbrände sind wichtig für die Renaturierung, da manche Zapfen erst mit der Hitze ihre Samen freigeben, auch liefert die Asche wertvollen Dünger für die Pflanzen und Bäume. Ein wunderbarer Kreislauf der Natur und natürliche Prozesse, die, vor allem durch Brandstiftung massiv gestört werden, da sich die Bäume nicht mehr ausreichend regenerieren und nachwachsen können, wie das Beispiel an Pinienbäumen in Griechenland ver-deutlicht. Wenn die Wälder fehlen, kann sich das Klima verändern, da die Bäume unter anderem keinen Schatten mehr spenden und kahle Böden, durch starke Sonneneinstrahlung, bis auf 60 Grad Celisus aufgeheizt werden können. Die freien Flächen dienen dann, „dank“ Brandstiftung, als Spekulationsobjekte (da ja bekanntlich   die Geldgier, die Wurzel allen Übels ist). Auch Aufnahmen aus Deutschland, Brände in Bran-        denburg und in der Sächsischen Schweiz, waren zu sehen und wissenschaftliche Projekte wie „Phyrophob 2025“ werden näher vorgestellt. Auch Pilzforscher kommen zu Wort und das Wachstum des Pilzmyzels wird eindrücklich im Zeitraffer dargestellt. Weitere eindrucksvolle Bilder lieferten die  Sequoia, auch Riesenmammutbaum genannt, die sich im Kings Canyon Nationalpark in Kalifornien befinden. Dort brach 2021 ein verheerender Waldbrand aus, der bis in die Baumkronen der circa  80 Meter hohen Bäume loderte und Temperaturen von bis zu 1000 Grad Celisus erreichte. Dennoch habe auch dieser Waldbrand seine guten Seiten, wie Dr. Chad Hanson, Wald- und Feuerökologe,          erklärte: Die Asche diene als mineralischer Dünger und die Auslichtung der Baumkronen schaffe Licht, welches die jungen Pflanzen zum Wachstum brauchen. Holz entzündet sich bei circa 300 Grad Celisus. „300 °C“ heißt auch die englischsprachige Ausgabe des Filmes. 

Die Dokumentation entstand innerhalb von drei Monaten unter enormen Zeitdruck und bürokratischen Hürden, besonders im Ausland. Beim Publikum erntete Herr Müller viel Applaus. Wann die  Dokumentation hingegen in derDokumentationsreihe „ARD Wissen“ ausgestrahlt wird, ist momentan noch unbekannt. Danach dürfte sie aber für geraume Zeit in der Mediathek verfügbar sein. Interessierte Bürger stellten am Schluss der Premiere Fragen an Filmemacher, die dieser humorvoll beantwortete u.a. sei er ja jetzt im wohlverdienten Ruhestand und habe vor, den Maulwurf in seinem Garten zu filmen, so dieser wiederauftauchen sollte. 

Der Bürgermeister von Langenleuba-Niederhain, Carsten Helbig, der die Anwesenden am Anfang der Vorstellung begrüßte, sagte als Schlusswort: „Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur! Deshalb: Achten wir sie!“ Wir wünschen Herrn Uwe Müller viel Erfolg, auch im Ausland, mit dieser, alles in allem, sehr gelungenen Dokumentation.

Ilka Dziengel

Foto: sk