Altenburg. Der KURIER erhielt eine Leseranfrage zur Buslinie 358, die die Orte Altenburg–Mockern–(Mockzig)–mit Gößnitz verbindet. Zu den Haltepunkten zählen Altenburg, Ehrenberg, Gardschütz, Gößnitz, Greipzig, Kotteritz, Lehndorf, Löhmigen, Mockern, Mockzig, Modelwitz, Paditz, Zehma und Zschechwitz.
Die Bürger kritisieren, dass die seit Jahrzehnten bestehende Verbindung in die Skatstadt verlegt wurde und wichtige Punkte nicht mehr angefahren werden.
Unsere Anfrage haben wir an die Presseabteilung der THÜSAC Personennahverkehrgesellschaft mbH gerichtet.
Unsere KURIER-Fragen:
1. Aus welchen Gründen wurden die Haltestellen „Krankenhaus“ und „Großer Teich“ gestrichen? Einrichtungen wie das Stadtzentrum, Arztpraxen, das Theater, Einkaufsmöglichkeiten sowie Banken sind nun offenbar nur noch über einen Umstieg am Bahnhof erreichbar. Insbesondere für ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität stellen diese Änderungen eine erhebliche Belastung dar.
2. Gibt es alternative Lösungen oder ist eine Rückverlegung der ursprünglichen Strecke geplant oder einem neuen Halt am Rossplan?
3. Wie ist die Anbindung des Haltepunktes „Krankenhaus“ derzeit grundsätzlich geregelt? Zu welchen Zeiten besteht die Möglichkeit, dass Angehörige ihre erkrankten Familienmitglieder oder Freunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln besuchen können?
Antwort der THÜSAC: Im Rahmen des bundesweiten Fahrplanwechsels im Dezember 2025 im mitteldeutschen S-Bahn-Netz ergaben sich teilweise umfangreiche Änderungen bei den Anschlussbeziehungen, die entsprechende Anpassungen im Busliniennetz nach sich zogen. Im konkreten Fall übernahm mit dem Fahrplanwechsel die PlusBus Linie 350 auf dem Abschnitt zwischen Bahnhof und Klinikum den Linienweg der Regionalverkehrslinie 358.
Ziel war es, die Verbindungen besser aufeinander abzustimmen und die Erreichbarkeit zentraler Ziele ausgehend vom Bahnhof Altenburg als zentralem ÖPNV-Knotenpunkt zu verbessern.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Anpassung ist die nun direkte Verbindung der Klinikstandorte Altenburg und Schmölln über die PlusBus Linie 350. Neben der bestehenden Anbindung über die Stadtverkehrslinien und den RufBus wurde eine zusätzliche Erreichbarkeit im Stundentakt geschaffen, die insbesondere für Klinikpersonal, Patienten und Besucher eine Verbesserung darstellt. Hierzu haben wir zahlreiche positive Rückmeldungen erhalten.
Im Zuge der Neuordnung haben sich gleichzeitig für einzelne Verbindungen, insbesondere aus Richtung Gößnitz, Veränderungen auf der Regionalverkehrslinie 358 ergeben. Die Anbindung der Haltestellen Klinikum und Großer Teich ist seit dem Fahrplanwechsel nur noch mit einem Umstieg am Bahnhof Altenburg möglich. Die Erreichbarkeit dieser Ziele bleibt bestehen.
Fahrplananpassungen sind grundsätzlich das Ergebnis einer Abwägung, bei der unter anderem Fahrgastzahlen, Nachfrageverhalten, Anschlussbeziehungen im Gesamtnetz sowie wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Ziel ist es, ein leistungsfähiges und wirtschaftlich tragfähiges Liniennetz anzubieten und dabei für möglichst viele Fahrgäste Verbesserungen zu erreichen. In diesem Zusammenhang bedauern wir, dass es in Einzelfällen zu Verschlechterungen in einzelnen Verbindungen kommen kann.
Uns ist bewusst, dass zusätzliche Umstiege für einzelne Fahrgäste eine Herausforderung darstellen können. Diese Rückmeldungen nehmen wir ernst und beziehen sie in die laufende Bewertung des Fahrplanangebotes ein.
Eine Rückverlegung auf die ursprüngliche Linienführung ist derzeit nicht vorgesehen. Die Anpassungen sind Teil eines abge-stimmten Gesamtkonzeptes. Die Auswirkungen werden fortlaufend beobachtet und ausgewertet.
Die Anfrage stellte Silke Konzag.
Anmerkung der Redaktion
Nachdem wir die Antworten der THÜSAC erhalten hatten, melden sich weitere Bürger mit Anregung zur Verbesserung der Mobilitätsversorgung in Altenburg und darüber hinaus…
„In Altenburg und der umliegenden Region ist es insbesondere in den Abendstunden sowie an Wochenenden nahezu unmöglich, ein Taxi zu bekommen. Dies stellt ein erhebliches Problem für die medizinische Versorgung dar.
Wie soll unter diesen Bedingungen der Transport von Patienten in die Notaufnahme, zu Ärzten oder Zahnärzten – und wieder zurück – gewährleistet werden? Besonders kritisch ist die Situation für Menschen mit Behinderungen, insbesondere für Rollstuhlfahrer. Für sie existieren faktisch keine verlässlichen Transportmöglichkeiten.
Selbst wenn Angehörige zur Verfügung stehen, ist ein Transport im privaten PKW oft nicht möglich.
Diese Versorgungslücke gefährdet die Gesundheit der Betroffenen – im schlimmsten Fall stehen Menschenleben auf dem Spiel. Gleichzeitig ist klar, dass der Rettungsdienst keine dauerhafte Lösung darstellt, da er nicht für solche Transporte vorgesehen ist und entsprechend auch nicht immer eingesetzt werden kann.
Die aktuelle Situation ist daher unhaltbar. Die medizinische Grundversorgung im Bereich Mobilität ist nicht gesichert.
Es ist dringend erforderlich, in Altenburg ein verlässliches Transportsystem aufzubauen. Dies könnte in Kooperation mit bestehenden Taxiunternehmen erfolgen oder durch die Einrichtung eines kommunalen Transportdienstes.
Notwendig sind speziell ausgestattete Fahrzeuge für den Rollstuhl- und Liegendtransport, um eine bedarfsgerechte und sichere Beförderung zu gewährleisten. Wer Lösungen parat haben sollte, kann sich gern öffentlich äußern und so zu einem Diskurs beitragen“, erklärten die Bürger.
Foto: KI-assistiert
