Vorsitzender des Zeitzer Angelfischereiverein e.V. (ZAFV) hofft auf Kooperation.
Meuselwitz/Spora. Der 18 Hektar große Hainbergsee ist zweigeteilt. Der größere, östliche Teil liegt in Thüringen und gehört der Stadt Meuselwitz. Der kleinere, westliche Teil mit einer Fläche von rund 6,30 Hektar befindet sich im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.
Die thüringische Seite des Sees ist besonders im Sommer ein beliebtes Freizeitziel für Jung und Alt. Dank des großen Engagements zahlreicher Ehrenamtlicher wird das Umfeld des Sees durch vielfältige Aktionen und Angebote belebt. Auch der Rundweg um den See erfreut Freizeitsportler aus Thüringen und Sachsen-Anhalt. Der sachsen-anhaltische Teil ist hingegen weitgehend naturbelassen. Er wird vom Zeitzer Angelfischereiverein e. V. (ZAFV) als Angelgewässer bewirtschaftet und gepflegt. Karl-Ulrich Axthelm ist seit 2014 Vorsitzender des Vereins. Vor etwa zehn Jahren erwarb der ZAFV die Fläche von der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG).Obwohl es sich bei dem Areal um Privatgelände handelt, duldet der Verein den Badebetrieb sowie die Nutzung des Parkplatzes und das Betreten der privaten Wege. Auch der Zufahrtsweg zum Parkplatz wurde, wie in jedem Jahr, mit Unterstützung von Spora Kies für die bevorstehende Badesaison instand gesetzt. Zum Schutz der Natur- und Tierwelt des Areals wurden Schilder angebracht, die das Befahren mit Mopeds und Motorrädern untersagen. Das Befahren mit Fahrrädern ist erlaubt. „Im Herbst 2026 planen wir zudem, der zunehmenden Verlandung mithilfe eines Unterwasserschilfschneiders entgegenzuwir-ken“, erklärt Karl-Ulrich Axthelm.
Seit 2016 bemühen sich die Zeitzer Angelfreunde nach eigenen Angaben um eine Zusammenarbeit mit der Stadt Meuselwitz und dem Meuselwitzer Anglerverein e. V. Bislang seien diese Bemühungen jedoch erfolglos geblieben. Der ZAFV würde gern gemeinsam mit den Meuselwitzern eine Pachtgemeinschaft gründen und unter anderem beim Fischbesatz kooperieren. Dieser umfasst beispielsweise Karpfen und Schleien. „Auch der stetig sinkende Wasserstand des gesamten Sees bereitet uns selbstverständlich Sorgen. Deshalb wäre es nur logisch, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, von denen alle Beteiligten profitieren“, sagt Axthelm.
Zugleich weist der Vereinsvorsitzende darauf hin, dass Fischwilderei eine Straftat sei und zur Anzeige gebracht werde, wenn Vereins-mitglieder entsprechende Beobachtungen machten. Kritisch sehe der Verein außerdem den Verkauf von Angelkarten ohne vorherige Absprache mit dem ZAFV. „Wir haben auf unserer Seite erst die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass dort geangelt werden kann. Die entsprechenden Grundlagen können in den Richtlinien des Landesanglerverbandes Sachsen-Anhalt nachgelesen werden“, so Vereinsvorsitzende. Ein weiteres Anliegen des Vereins ist der Erwerb einer kleineren Teilfläche des Areals. „Die im Süden des Hainbergsees gelegene Teilfläche des Areals liegt in Sachsen-Anhalt und gehört aber der Stadt Meuselwitz. Diesen Teil würden wir gern erwerben, da dort auch das Fischereirecht von Sachsen-Anhalt gilt“, so der Vereinsvorsitzende.
Nach Angaben des ZAFV könnte die Stadt Meuselwitz dadurch Einnahmen in Höhe von etwa 5.000 bis 6.000 Euro erzielen. Der Verein würde im Gegenzug die Pflege und Nutzung der Fläche übernehmen. „Ich bin davon überzeugt, dass wir den Hainbergsee nur durch gemeinsame Lösungen erhalten können. Nichts zu tun, gefährdet das bisherige Engagement für den See. Wir hoffen auf ein Umdenken bei der Stadt Meuselwitz und dem Meuselwitzer Anglerverein e. V. und sind jederzeit gesprächsbereit“, betont der Zeitzer Vereinsvorsitzende abschließend.
Silke Konzag
