Altenburger Land. An diesem Wochenende steht Altenburg ganz im Zeichen seines großen Jubiläums: 1050 Jahre sind seit der ersten bekannten urkundlichen Erwähnung vergangen. Doch die Kreisstadt ist mit diesem historischen Datum keineswegs allein. Auch Monstab, Großröda, Zehma, Gödissa und weitere Ortsteile tauchen 976 in derselben Überlieferung auf. Genau diese außergewöhnliche Häufung von Jubiläen war für unsere Redaktion Anlass, eine große Sonderausgabe zusammenzustellen. Darin haben wir aktuelles und historisches Material zur Geschichte Altenburgs und der Region aufbereitet, sind Spuren der Vergangenheit nachgegangen und haben auch über mehrere der anderen Jubiläumsorte bereits berichtet. Ausgangspunkt all dieser Jahrestage ist, eine Urkunde Kaiser Ottos II. aus dem Jahr 976. Darin wurde Altenburg mit zugehörigen Siedlungen im damaligen Pleißengau an die Kirche von Zeitz übertragen. Neben Altenburg werden neun weitere Orte genannt: Zehma als Zemouua, Pauritz als Podegrodici, Zebecuri, Buosendorf, Drescha als Trescouua, Monstab als Masceltorp, Röda als Rodiuue, Gödissa als Godessouua und Leesen als Lysina. Dabei darf „1050 Jahre“ nicht mit einem Gründungsdatum verwechselt werden. 976 bezeichnen die erste bekannte urkundliche Erwähnung. Die Orte bestanden zu diesem Zeitpunkt bereits – vermutlich teilweise schon seit langer Zeit. Auch für Altenburg weisen historische und archäologische Forschungen auf eine ältere Besiedlung und Burganlage hin. Viele der alten Ortsnamen verweisen zudem auf die slawische Besiedlung der Region. Die Urkunde ist deshalb weit mehr als ein Beleg für das Alter Altenburgs. Sie bietet einen seltenen Blick auf die Siedlungslandschaft des frühen Mittelalters.
Mehrere Jubiläen in einem Jahr
Wie lebendig diese gemeinsame Geschichte bis heute ist, zeigt gerade das Jahr 2026. Monstab feiert am Sonnabend, 22. August, seine 1050-jährige Ersterwähnung – und damit ausgerechnet während des großen Altenburger Jubiläumswochendes. Großröda beging seine 1050-Jahr-Feier bereits im Juni gemeinsam mit dem 75-jährigen Bestehen des Spielmannszuges Starkenberg.In Zehma steht das Jubiläumsfest noch bevor: Dort soll vom 11. bis 13. September gefeiert werden.
Auch Gödissa gehört zu den Orten, deren Name bereits 976 in der kaiserlichen Schenkung auftaucht. Andere damalige Siedlungen sind heute Teil Altenburgs. Dazu gehören Drescha und Pauritz. Wieder andere verschwanden ganz: Buosendorf und Zebecuri lassen sich heute keinem bestehenden Ort mehr eindeutig zuordnen. Leesen, 976 als Lysina genannt, bestand dagegen noch viele Jahrhunderte, bevor das Dorf im 20. Jahrhundert dem Braunkohleabbau weichen musste. So erscheint die Urkunde von 976 heute fast wie ein 1050 Jahre altes Familienfoto der Region. Manche der darin genannten Orte entwickelten sich weiter, andere gingen in größeren Gemeinden auf oder verschwanden vollständig.
Wenn Altenburg an diesem Wochenende sein Jubiläum feiert, steht deshalb nicht nur die Geschichte einer Stadt im Mittelpunkt. Die 1050 Jahre führen weit hinaus ins Altenburger Land – und erzählen von einer Region, deren Orte schon vor mehr als einem Jahrtausend miteinander verbunden waren. Diese Geschichte und viele weitere Facetten des Jubiläums haben wir in unserer Ausgabe mit aktuellen Berichten, historischen Dokumenten, Bildern und Hintergründen zusammengetragen.
Also bleibt nur eins zu sagen: Viel Freude beim Lesen!
Die Redaktion
Anmerkung:
Die historischen Geschichten rund um das Altenburger Land könnt ihr in unserer aktuellen Ausgabe sowie im dazugehörigen E-Paper nachlesen.
