Nobitz-Ehrenhain. Der Kreissportbund (KSB) Altenburger Land legt weiter zu, ausruhen will er sich darauf aber nicht. Das machte Vorsitzender Dr. Hendrik Baum am Mittwoch, 28. Oktober, bei der Mitgliederversammlung im „Fuchs Ehrenhain“ deutlich. 65 Vertreter aus 44 Vereinen waren gekommen.
15.726 Mitglieder zählen die 127 Vereine, zum vierten Mal in Folge ein Plus. Mit einem Organisationsgrad von 18 Prozent bleibt der Sport die größte Bürgerbewegung im Landkreis. „Wer die Zukunft des Altenburger Landes gestalten will, darf den Sport nicht nur als Kostenfaktor betrachten“, sagte Baum. Wertschätzung müsse sich in politischen Entscheidungen und im Geld zeigen, nicht nur in Grußworten. Sorgen machen ihm der Sanierungsstau an den Sportstätten, fehlende Übungsleiter und Funktionäre. „Ehrenamt ist keine kostenlose Dienstleistung.“ Der Schatzmeister Robert Streu bilanzierte für 2025 Einnahmen von 276.672 Euro und Ausgaben von 280.823 Euro. Die Kassenprüfer fanden nichts zu beanstanden, der Vorstand wurde entlastet, der Haushaltsplan 2027 mit 284.300 EuroEinnahmen wurde beschlossen. Bei einer Enthal-tung billigte die Versammlung eine geänderte Satzung. Vorstandsmit-glieder können künftig eine Aufwandsentschädigung bis zur Höhe der Ehrenamtspauschale bekommen. Das Geld wolle der Vorstand an den KSB zurückspenden, erklärte Vereinsberater Ulf Schnerrer. Die Zahl der Beisitzer ist auf drei begrenzt, sechs Ordnungen wurden neu gefasst, die Beiträge bleiben gleich.
Nadin Czogalla vom Landessportbund (LSB) Thüringen kündigte an, dass bis 2029 jeder Verein ein eigenes Schutzkonzept gegen Gewalt haben muss, um förderwürdig zu bleiben. „Das Schutzkonzept muss keine 40 Seiten umfassen“, beruhigte sie.
Nachdenklich stimmte der stellvertretende Landrat Carsten Helbig. Der Landkreis sei in einer „absolut schwierigen finanziellen Lage“, ob die Sportlerehrung im Frühjahr stattfinden könne, sei offen. In Meuselwitz wird dagegen die denkmalgeschützte Sporthalle des Gymnasiums für rund vier Millionen Euro saniert, zwei Drittel trägt der Freistaat.
Werbung in eigener Sache machte Christian Simon, Vorsitzender des Kegelsportvereins Rositz. Sein Verein richtet vom 21. Mai bis 6. Juni 2027 in Altenburg die Kegel-Weltmeisterschaft aus, die erste in Thüringen. Erst kämpft der Nachwuchs, dann Frauen und Männer aus je 16 Nationen um Titel. „Das Kegeln wird ein relativer Selbstläufer. Aber die ganze Logistik ringsherum, das wird unsere Aufgabe“, sagte Simon. Gebraucht werden rund 600 ehrenamtliche Helfer, im November sollen alle Vereine angeschrieben werden. Ausgelost werden die Gruppen am 18. November in der Altenburger Brauerei. Zum Schluss gab es drei Ehrungen. Die Ehrenplakette des KSB erhielt Sandra Näbelung vom FSV Meuselwitz. Sie ist seit 2014 im Verein aktiv, seit 2021 Schatzmeisterin und Kreiskampfrichterwartin der Leichtathleten. Heiko Winter vom FSV Gößnitz, seit 50 Jahren im Verein, langjähriger Trainer und laut E-Mail-Signatur „Depp für alles“, bekam die Ehrennadel des LSB Thüringen.
Die GutsMuths-Ehrenplakette des LSB in Bronze ging an Birgit Schaller. Sie führt als Vorsitzende den 1. TSC „Tanzkreis Schwarz-Gold Altenburg“ mit rund 250 Mitgliedern und prägt ihn seit mehr als drei Jahrzehnten.
Peter A. Schubert
