Altenburger Land. Die Hochspannungsleitung, die seit den 1960er-Jahren an Altenburg und Schmölln vorbei durch den Landkreis führt, hat bald ausgedient. Der Netzbetreiber 50Hertz will die 220-kV-Freileitung zwischen den Umspannwerken Eula bei Leipzig und Weida durch eine leistungsstärkere 380-kV-Leitung ersetzen. Jetzt geht es darum, wo genau die neuen Masten stehen sollen. Wer mitreden will, hat dazu im November Gelegenheit.
Grundsätzlich soll der Neubau der alten Trasse folgen. Die Bundesnetzagentur, die das Vorhaben genehmigt, sieht dafür einen Korridor von 200 Metern beiderseits der bisherigen Leitung vor. Verlassen darf die Planung diesen Bereich nur aus zwingenden Gründen. Innerhalb des Korridors prüft 50Hertz kleinere Abweichungen, etwa um mehr Abstand zu Wohnhäusern zu gewinnen.
Diskussionen dürfte es vorwiegend nördlich von Altenburg geben. Im Bereich des geplanten Industriegebietes Altenburg-Windischleuba wurden auf Betreiben der Stadt zwei alternative Trassen entwickelt, die beide nördlich der heutigen Leitung verlaufen. Darüber wurde bei der 1. Kreiskonferenz am 20. Oktober informiert, die allerdings nicht öffentlich war. Mindestens eine der beiden Varianten soll der Bundesnetzagentur zur Genehmigung vorgelegt werden. Die Flächen an der bestehenden Trasse sind allerdings teils schon seit Jahrzehnten im Flächennutzungsplan als Gewerbeflächen ausgewiesen. Dass dort eine Freileitung steht, war bei der Planung also bekannt.
Eine Verlegung hätte ihren Preis. Nach den Angaben aus der Konferenz würde sie rund 2,2 Millionen Euro mehr kosten als ein Neubau auf der alten Trasse. Bezahlen könnten das am Ende die Stromkunden. Außerdem könnten die deutlich höheren Masten näher an bewohnte Gebiete heranrücken, mit Folgen für das Landschaftsbild und womöglich für den Wert von Grundstücken. Nördlich der Bestandsleitung liegen zudem geschützte Biotope und Flächen mit Bezug zum EU‑Vogelschutzgebiet 142. Landwirte müssten damit rechnen, dass über Äcker, die bisher frei sind, künftig eine Leitung führt. Mehr betroffene Eigentümer bedeuten auch mehr Abstimmungen, was den Bau verzögern könnte.
Bei ihrer Abwägung legt die Bundesnetzagentur besonderes Gewicht auf Wirtschaftlichkeit, einen möglichst geraden Verlauf und eine frühe Inbetriebnahme. Entschieden ist noch nichts. 50Hertz beabsichtigt, Hinweise aus der Bevölkerung aufzunehmen und zu prüfen, ob sie für die Planung von Belang sind. Deshalb lohnt es sich, persönlich vorbeizuschauen und den Planern Fragen zu stellen.
Für das Altenburger Land gibt es zwei Infomärkte, jeweils von 15.00 bis 18.00 Uhr: am Mittwoch, 11. November, im Bürgerhaus Nöbdenitz, Dorfstraße 2 in Schmölln, und am Donnerstag, 12. November, im Bürgerzentrum Altenburg Nord, Otto-Dix-Straße 44. Wer an der Leitung wohnt oder dort Land besitzt, sollte sich die Pläne mit eigenen Augen ansehen. Weitere Informationen stehen im Internet unter 50hertz.com/EEL.
Peter A. Schubert
