Altenburg. Am Mittwoch (23. September) kam es in einem leerstehenden Mehrfamilienhaus in der Puschkinstraße zu einem Teileinsturz. Wie aus einem Polizeibericht der Landespolizeiinspektion Gera vom 24. September, 6.38 Uhr, hervorgeht, wurde die Polizei gegen 17.15 Uhr über den Vorfall informiert. In dem Gebäude waren mehrere Zwischendecken eingestürzt, nahezu nur noch die Außenhülle stand. Aufgrund des Zustandes bestand Einsturzgefahr.
Da nach vorläufiger Einschätzung des Technischen Hilfswerks (THW) auch eine Gefahr für angrenzende Gebäude bestand, wurden die Bewohner zweier Nachbargebäude in der Puschkinstraße und der Theo-Neubauer-Straße vorsorglich evakuiert. Weil Hinweise vorlagen, dass sich häufiger Personen in dem leerstehenden Gebäude aufhalten, kam zudem eine Rettungshundestaffel des DRK mit Trümmerhunden zum Einsatz. Personen wurden dabei nicht festgestellt.
Für den KURIER war dies Anlass, bei der Stadtverwaltung Altenburg mit folgenden Fragen nachzuhaken:
1. Was ist bislang zur Ursache des Einsturzes bekannt und war der Stadt der bauliche Zustand des Gebäudes bereits zuvor bekannt?
2. Welche Erkenntnisse hat die Begutachtung des Gebäudes ergeben und welche weiteren Maßnahmen sind nun vorgesehen?
3. Wie viele Anwohner sind von der Evakuierung betroffen und wann können diese voraussichtlich in ihre Wohnungen zurückkehren?
4. Besteht nach aktuellem Stand weiterhin eine Gefahr für die beiden angrenzenden beziehungsweise weitere Gebäude?
5. Wie lange werden die derzeitigen Sperrungen in der Puschkinstraße sowie im unmittelbaren Umfeld voraussichtlich bestehen bleiben?
Antwort Stadtverwaltung Altenburg:
„Der Teileinsturz eines leerstehenden Gebäudes in der Puschkinstraße führte am Mittwochabend zu einem Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr, auch das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz und Mitarbeiter der Stadtverwaltung waren vor Ort. Es wurde niemand verletzt. Aus Sicherheitsgründen mussten die Bewohner zweier Nachbargebäude evakuiert werden, ein Teil kam in Notunterkünften unter. Das Gebäude, in dem mehrere Zwischendecken eingestürzt sind, befindet sich in Privatbesitz. Die Stadt hat den Eigentümer, der im europäischen Ausland sitzt, über den Teileinsturz informiert. Das marode Gebäude stand nicht auf der von der Stadt geführten Liste mit baufälligen Häusern.
Wie geht es weiter? Ein Statiker soll das Gebäude begutachten. Erst wenn die Einschätzung des Fachmanns vorliegt, kann entschieden werden, welche weiteren Sicherungsmaßnahmen notwendig sind. Bis auf Weiteres muss der Gehweg und ein stadtauswärts führender Fahrstreifen der Puschkinstraße gesperrt bleiben. Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann dankt den etwa 70 Rettungskräften, die bis zum späten Mittwochabend vor Ort waren, für den professionellen Einsatz.“
Anmerkung der Redaktion:
Bis zum Redaktionsschluss lagen uns keine weiteren Informationen vor. Die Stadtverwaltung teilte jedoch mit, dass sie über relevante Entwicklungen in den kommenden Tagen informieren werde. Sollten uns nach Redaktionsschluss neue Erkenntnisse erreichen, werden wir diese entsprechend veröffentlichen.
Die Anfrage stellte Gina Hartmann.
