Altenburger Land. Der Sommer ist noch nicht vorbei, doch viele Vögel sind bereits auf dem Weg in ihre Winterquartiere. Für Vogelbeobachter sind Spätsommer und Herbst deshalb besonders spannend, denn ziehende und rastende Vögel lassen sich jetzt häufig an Gewässern und auf freien Flächen beobachten.
Ein beeindruckender Zuggast ist der Fischadler. Von Mitte August bis Ende September ziehen norddeutsche und skandinavische Vögel durch Deutschland in ihre meist westafrikanischen Überwinterungsgebiete. Im Altenburger Land nutzen sie vor allem Stauseen, Teichgebiete und Tagebaurestlöcher zur Rast und Jagd. Gelegentlich lassen sie sich auch an größeren Dorfteichen wie in Podelwitz, Gimmel oder Dobitschen beobachten.
Besonders gute Chancen bietet der Stausee bei Brandrübel. Vom Damm aus lässt sich die gesamte Wasserfläche gut überblicken. Auch der See an der Limpitz zwischen Weißbach, Brandrübel und Sommeritz ist seit Jahren ein beliebtes Rast- und Jagdrevier. Im Herbst verweilen Fischadler dort mitunter mehrere Tage, manchmal sind sogar mehrere Vögel gleichzeitig zu sehen. Auch die Haselbacher Teiche bieten Beobachtungsmöglichkeiten.
Fischadler sind spezialisierte Fischjäger. Sie bevorzugen schlanke Weißfische von etwa 20 bis 25 Zentimetern Länge. Ihre Jagd ist spektakulär: Mit vorgestreckten Fängen stürzen sie ins Wasser, tauchen dabei oft vollständig unter und steigen im Erfolgsfall mit einem Fisch in den Krallen wieder auf.
Für eine Beobachtung braucht man Geduld. Die besten Chancen bestehen in den ersten Stunden nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang. Besonders viele Fischadler ziehen erfahrungsgemäß in den letzten beiden Augustwochen und der ersten Septemberwoche durch unsere Region. Anfang Oktober verlassen die letzten Vögel das Altenburger Land, bevor ab Ende März die ersten wieder in Richtung ihrer Brutgebiete ziehen.
Viel Freude beim Beobachten wünschen Kathrin und Torsten Pröhl/Schmöllner Naturfreunde/Die Redaktion.
