Zwischen 600 und 700 Besucher kamen zum Tag der offenen Tür – Tombola bereits mittags ausverkauft – Zahlreiche Helfer und Unterstützer sorgten für ein vielfältiges Programm

Schmölln. Mit einem großen Besucherandrang ging das diesjährige Fest am 29. August im Schmöllner Tierheim zu Ende, zu welchem die Mitarbeiter des Tierheimes und der Tierschutzverein Schmölln Osterland e. V. einluden. Die Tierheimleiterin Cindy Riedel zeigte sich im Nachgang überwältigt von der großen Resonanz. Nach ihrer Schätzung kamen zwischen 600 und 700 große und kleine Tierfreunde auf das sehr gepflegte und ansprechend gestaltete Gelände. Besonders freute sie sich über die vielen Familien mit Kindern – die „kleinen Tierschützer von morgen“, für die auch ein Tierquiz vorbereitet worden war.

Den Gästen wurde einiges geboten. Neben Informations- und Verkaufsständen war unter anderem eine Ernährungsberatung für Tiere vertreten. Auch der Verein Gebrauchtschweinchen sowie die Igelhilfe aus Altenburg gehörten zu den Gästen. Letztere unterstützte das Fest erneut mit einer Tombola und einem Pflanzenverkauf.

Viel Zuspruch fanden zudem die zahlreichen liebevoll angefertigten Handarbeiten. Kerzen und weitere Bastelarbeiten wurden zugunsten des Tierschutzes verkauft. Für die jüngsten Besucher standen eigens vorbereitete Gipsfiguren zum Bemalen bereit. Auch selbst gefertigter Schmuck und kleine Anhänger wurden angeboten, deren Erlös dem Tierheim zugutekam.

Ein besonderer Renner war die große Tombola des Tierheims: Rund 600 Preise standen bereit. Bereits gegen 12.00 Uhr, nur etwa zwei Stunden nach dem Start, waren nach Angaben der Tierheimleiterin sämtliche Lose verkauft.

Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt. Neben Leckereien vom Grill stand eine große Auswahl an Kuchen für die Gäste bereit. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer, frühere Praktikanten und weitere Unterstützer sorgten gemeinsam mit dem Tierheimteam dafür, dass der Tag organisatorisch bewältigt werden konnte.

Cindy Riedel dankte zudem den örtlichen Unternehmen, Einrichtungen und Privatpersonen, die das Tierheim mit Sach- oder Geldspenden unterstützt hatten. Unter anderem kamen Getränke, ein Teil der Bratwürste sowie Ketchup und Senf von regionalen Sponsoren. Auch aus dem Schmöllner Gymnasium und von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern seien Spenden eingegangen.

Besonders berührt zeigte sich die Tierheimleiterin von Kindern, die von ihrem eigenen Taschengeld etwas für die Tiere kauften oder spendeten. Dabei spiele die Höhe der Unterstützung keine entscheidende Rolle: „Der Wille zählt“, machte sie deutlich.

„Der Erlös des Tierheimfestes wird für die Renovierung des Kleintiergeheges verwendet. Dabei sollen das Dach erneuert und ein neuer Freilauf angelegt werden“, freute sich Cindy Riedel.

Derzeit werden nach Angaben Riedels knapp 50 Katzen im Schmöllner Tierheim betreut, darunter zahlreiche Jungtiere. Am Tag der offenen Tür konnten sie von den Gästen in kleinen Gruppen besucht werden. Entsprechend groß ist der finanzielle und personelle Aufwand für Versorgung, Pflege und Unterbringung. Diese Thematik wird der KURIER zu einem späteren Zeitpunkt nochmals aufgreifen und näher beleuchten, denn der Gesprächsbedarf ist hoch, wie Cindy Riedel bestätigte.

Auch kritische Stimmen zum Veranstaltungsort gingen beim KURIER ein

Neben der großen Resonanz gab es im Nachgang allerdings auch Kritik an der Durchführung des Festes direkt auf dem Tierheimgelände. Eine Tierfreundin äußerte Bedenken mit Blick auf die Belastung für die dort untergebrachten Tiere: „Ich war entsetzt, dass das Fest mit so vielen Besuchern direkt auf dem Gelände stattgefunden hat. Es war laut, die Tiere hatten Angst und waren deshalb kaum zu sehen. Für mich ist das kein artgerechter Umgang. Besser wäre es gewesen, das eigentliche Fest auf einem anderen Areal zu veranstalten und interessierten Besuchern die Tiere nur in kleinen Gruppen zu zeigen. Die Idee, mit einem solchen Fest auf den Tierschutz aufmerksam zu machen und das Tierheim zu unterstützen, finde ich dennoch gut – aus meiner Sicht war nur der gewählte Weg der falsche.“

Fazit: Damit zeigte die Nachlese zwei Seiten eines außergewöhnlich gut besuchten Tages: Auf der einen Seite standen die große Unterstützung, die Spendenbereitschaft und das Interesse vieler Menschen an der Arbeit des Tierheims. Auf der anderen Seite blieb die Frage, wie sich solche Veranstaltungen künftig so gestalten lassen, dass Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung für den Tierschutz mit möglichst wenig Stress für die untergebrachten Tiere verbunden werden können.

Die Redaktion 

 

KURIER fragt nach

Bezugnehmend auf die geäußerte Kritik wandte sich der KURIER erneut an die Tierheimleitung. Diese teilte dazu Folgendes mit:

„Die Kritik aus der Bürgerschaft haben wir – die Tierheimleitung und der Vorstand des Vereins – uns sehr zu Herzen genommen und in der Vorstandssitzung ausführlich thematisiert. Uns ist bewusst, dass die Tiere an einem solchen Tag aufgeregt sind und sich teilweise in ihre Innengehege zurückziehen. Fremde Personen – unabhängig davon, ob es fünf, 100 oder mehr sind – bedeuten für die Tiere immer eine ungewohnte Situation und können Unwohlsein auslösen.

Wir sind jederzeit gerne zu Gesprächen und zu einer realistischen Einordnung einer solchen Veranstaltung bereit, die lediglich einmal im Jahr stattfindet. Gleichzeitig freuen wir uns darüber, wenn sich Menschen für das Wohl der Tiere engagieren und den Tierschutz als wichtige gesellschaftliche Aufgabe wahrnehmen“, erklärte Cindy Riedel abschließend.