Altenburg. Im Altenburger Land sind über 58 organisierte Kleingartenanlagen mit 2.563 Parzellen mit einem Leerstand von 25,8 Prozent im Regionalverband Altenburger Land der Kleingärtner e. V. registriert.

Wussten Sie, liebe Leser, dass die Kleingartenanlage „Bauhof I“ e. V. die älteste ist und bereits 1887 in Altenburg gegründet wurde, dicht gefolgt von der GA „Lindenhöhe“ (1895), dem KGV „Bauhof II“ (1897), dem KGV „Altenburg Süd-Ost“ (1900), der KGA „Frohe Zukunft“ Altenburg (1903), dem GV „Friedenshöhe“ (1904) und der KGA „Zur Kiste“ (1904)?

Allein Altenburg hat 40 dieser Anlagen, und man könnte die Stadt als „Stadt mit grüner Lunge“ bezeichnen, denn die vielen kleinteilig nutzbaren Oasen sind durchaus bemerkenswert.

Durch die Überalterung in Stadt und Land haben die Vereine jedoch mit Mitgliedermangel und freien Gärten zu kämpfen. Dass sich auch auf dieser Ebene etwas bewegt, Energien gesammelt und konstruktiv genutzt werden, ist erfreulich, denn für viele dient der „eigene“ Garten der Eigenversorgung, der Erholung und dem Miteinander.

Rückblick auf das Jahr 2024

Am 2. November 2024 fand die Mitgliederversammlung des Regionalverbandes Altenburger Land der Kleingärtner e. V. statt. Dabei standen wichtige Themen zur Zukunft des Kleingartenwesens im Altenburger Land auf der Tagesordnung.

Im Mittelpunkt der Diskussionen standen Wege zur Bewältigung zunehmender Leerstände in Kleingartenanlagen sowie die Frage, wie frei werdende Parzellen sinnvoll weiter genutzt werden können. Der Verband arbeitet hier gemeinsam mit lokalen Partnern, den Vereinen „Altenburger Bauernhöfe e.V. und dem Kreisbauernverband Altenburg e. V. an praktikablen Lösungen.

Weitere Schwerpunkte der Versammlung waren damals:

- Fördermittel und Zusammenarbeit mit der Stadt Altenburg, insbesondere zur Unterstützung von Vereinen und Projekten.

- Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, zum Beispiel der Vorschlag eines WhatsApp-Informationskanals für Mitglieder.

- Finanzplanung für 2025, die von der Mitgliederversammlung beschlossen wurde.

Der Vorstand berichtete über aktuelle Herausforderungen und Initiativen, darunter neue Projekte wie einen Bienengarten und Hinweise zur rechtlichen Handhabung von frei werdenden Flächen.

Zudem stellte der Dipl.-Geograph und Projektkoordinator „Räume für regionale Energien“ Marco Friese eine Zusammenfassung mit dem Titel „Erarbeitung von Handlungsempfehlungen zu Rückbau und Umnutzung von Kleingartenanlagen im Altenburger Land“, vor. 

Teilrückbau und Modellprojekt gestartet

Bezugnehmend auf die bereits erfolgten Erläuterungen sowie die Hinweise von Bürgern zum Teilrückbau der achtältesten Kleingartenanlage „Altenburg Ost“ e. V. Altenburg (gegründet 1908, Münsaer Straße 84) nahm der KURIER Kontakt mit der Stadtverwaltung Altenburg und Claudia Nentwig (1. Vorsitzende des Vereins) auf. Durch unsere Fragestellung an beide kontaktierte uns Michael Wolf (Präsidiumsmitglied des Landesverbandes Thüringen der Gartenfreunde e. V.) und bat um ein persönliches Gespräch, welches am 27. Februar stattfand.

 

Gepräch mit Claudia Nentwig (Vorstandsvorsitzende der KGA „Altenburg Ost“) und Michael Wolf  (ehem. OB der Stadt Altenburg)

Herr Wolf, warum haben wir in Altenburg überhaupt so viele freie Kleingärten?

Wir spüren ganz deutlich die demografische Entwicklung. Die Bevölkerung im ländlichen Raum geht zurück – und damit auch die Zahl der Menschen, die einen Kleingarten bewirtschaften möchten. Während in Großstädten die Nachfrage größer ist als das Angebot, haben wir hier einen deutlichen Überschuss an Parzellen.

Was bedeutet dieser Leerstand konkret für eine Kleingartenanlage?

Michael Wolf: Wenn Gärten leer stehen, verwahrlosen sie. Es wächst Unkraut, es kommt zu Vandalismus oder wilden Müllablagerungen. Das zieht die gesamte Anlage herunter – auch optisch. Und wenn wir bei 20 Prozent Leerstand liegen, dann ist das ehrlich gesagt ein kritischer Zustand. So ist eine Anlage nicht dauerhaft überlebensfähig.

Warum haben Sie das Modellprojekt ins Leben gerufen?

Michael Wolf: Wir, ich meine den Vorstand der Anlage und dem Regionalverband,  wollten nicht länger nur über das Problem reden, sondern eine konkrete Lösung entwickeln. Unser Ziel war es, beispielhaft zu zeigen, wie man eine Kleingartenanlage durch gezielten Rückbau wieder zukunftsfähig machen kann – mit einem klaren Konzept und mit Fördermitteln. Wenn das funktioniert, kann es als Vorbild für ganz Thüringen dienen.

Warum fiel die Wahl auf die Kleingartenanlage „Altenburg Ost“ e.V.?

Michael Wolf: Im Stadtentwicklungskonzept war klar erkennbar: In ihrer damaligen Größe war die Anlage nur eingeschränkt zukunftsfähig. Aber es gab eine realistische Perspektive – wenn wir bestimmte Flächen reduzieren, insbesondere im stark betroffenen vorderen Bereich, kann sich die Anlage stabilisieren. Genau da haben wir angesetzt.

Wie sind Sie konkret vorgegangen?

Michael Wolf: Wir haben zunächst den tatsächlichen Leerstand analysiert und eine neue Konzeption erarbeitet – mit drei Bauabschnitten. Parallel dazu haben wir Gespräche mit Ministerien, der Stadtverwaltung und dem Oberbürgermeister geführt. Uns war klar: Ohne Fördermittel wird das nicht funktionieren.

Wie stehen die Chancen Fördergelder zu generieren?

Michael Wolf: Wir sind vorsichtig optimistisch. Unter bestimmten Voraussetzungen können bis zu 90 Prozent der Kosten gefördert werden. Das wäre natürlich ein großer Schritt. Jetzt hängt vieles von der Entscheidung des Freistaates  Thüringen ab.

Wie haben die Vereinsmitglieder der Anlage reagiert?

Michael Wolf: Das war einer der wichtigsten Momente. In der Mitgliederversammlung haben wir offen erklärt, was wir vorhaben. Und ich muss sagen: Der einstimmige Beschluss hat mich beeindruckt. Alle haben verstanden, dass wir handeln müssen. Die Pächter haben freiwillig zugestimmt, ihre Parzellen zu räumen – ohne Entschädigung. Das war keine Selbstverständlichkeit.

Warum war diese freiwillige Lösung so wichtig?

Michael Wolf: Wenn man Menschen einfach sagt: „Du musst hier raus“, dann entstehen Konflikte. Außerdem trägt ein Vorstand ein enormes Risiko. Wenn die Maßnahme scheitert, bleibt er auf den Flächen sitzen. Deshalb war es entscheidend, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Wie sieht der zeitliche Ablauf nach der Beräumung aus?

Michael Wolf: Realistisch betrachtet wird es dauern. Die Fördermittelentscheidung erwarten wir im Herbst 2026. Der eigentliche Rückbau könnte Ende 2026 oder Anfang 2027 beginnen. Danach geht es um Gutachten, Ausschreibungen und die Suche nach einem Investor. Vor 2028 wird dort wahrscheinlich nichts Neues entstehen. Solche Prozesse brauchen Zeit.

Was könnte aus der Fläche einmal werden?

Michael Wolf: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten: Eigenheime, Grünflächen, Infrastruktur oder Parkflächen – etwa für den Sportplatz. Wir haben die Infrastruktur teilweise schon liegen. Wichtig ist, dass eine sinnvolle Nutzung entsteht, die der Stadt langfristig nutzt.

Warum bleibt die Fläche nicht einfach offen?

Michael Wolf: Offene, ungesicherte Flächen führen schnell wieder zu Problemen. Deshalb sollen Einfriedungen zunächst stehen bleiben. Die Flächen werden gepflegt, bis eine Nachnutzung feststeht. Wir wollen einen ordentlichen Zustand sichern.

Was bedeutet das Projekt für Altenburg?

Michael Wolf: Wenn es gelingt, zeigen wir, wie man verantwortungsvoll mit Leerstand umgeht. Das wäre ein echtes Vorzeigeprojekt – auch im Hinblick auf die mögliche Landesgartenschau 2032. Und wir schaffen vielleicht dringend benötigte Bauflächen für Familien, die sich hier ansiedeln wollen.

Gibt es auch Risiken?

Michael Wolf: Natürlich. Fördermittel können sich verzögern, es kann Kritik geben, Investoren müssen gefunden werden. Nichts läuft geradlinig. Aber ich bin überzeugt: Wenn alle an einem Strang ziehen, können wir das schaffen. Ich sehe das Glas lieber halb voll als halb leer.

Wie belaufen sind die Rückbaukosten und wie sollen sie finanziert werden?

Michael Wolf: Wir sprechen über rund 80 leerstehende Parzellen. Für den Rückbau einer Parzelle muss man mit 5.000 bis 7.000 Euro rechnen. Selbst bei der unteren Grenze sind das etwa 400.000 Euro – eine Summe, die ein Verein nicht allein stemmen kann.

Durch Eigenleistungen konnten wir die kalkulierten Gesamtkosten auf etwa 360.000 Euro senken. Diese Kosten sind förderfähig. Bei einer 90-prozentigen Förderung läge der Eigenanteil der Stadt bei rund 36.000 Euro.

Die Idee dahinter ist eine Win-Win-Situation: Die Fläche wird ordentlich zurückgebaut und aufgewertet. Spätere Verkaufserlöse fließen wieder in neue Maßnahmen. So entsteht ein Kreislauf, der die Stadtentwicklung unterstützt.

Warum ist der geförderte Rückbau sinnvoller als ein Verkauf im jetzigen Zustand?

Michael Wolf: Wenn man die Fläche so verkaufen würde, wie sie jetzt ist, hätte ein Investor weder Planungsrecht noch klare Perspektiven. Es müsste erst ein Bebauungsplan erstellt werden – das kann ein Jahr dauern. Wir haben in der Vergangenheit zu oft erlebt, dass Grundstücke an vermeintliche Investoren verkauft wruden und der unberäumte Zustand über Jahre hinweg verblieb und die Fläche aus spekulativen Gründen nur gehalten wurden. 

Ein geordneter, geförderter Rückbau schafft dagegen sofort Klarheit und einen gepflegten Zustand. Das macht die Fläche attraktiver und eröffnet neue Entwicklungsmöglichkeiten.

Ich glaube fest daran, dass das der richtige Weg ist. Und natürlich tragen wir Verantwortung: Wenn wir etwas ankündigen, müssen wir es auch umsetzen. Enttäuschung dürfen wir uns nicht leisten.

Es geht um die Kalkulation der Kosten. Können Sie das etwas erläutern?

Michael Wolf: Ja, gern. Also ursprünglich sind wir z.B. für den Teilabschnitt drei von einer Summe von rund 140.000 Euro ausgegangen. Durch verschiedene Maßnahmen – vor allem durch Begleitmaßnahmen unseres Vereins und durch viel Eigenleistung – konnten wir diese Kostenschätzung auf ungefähr 113.000 Euro senken. Das sind wirklich erhebliche Einsparungen. Es ist uns wichtig zu zeigen, dass auch die Kleingärtner ihren angemessenen Beitrag zum Rückbau leisten. Natürlich hängt am Ende vieles von der Ausschreibung ab, aber ich bin überzeugt, dass die Kleingartenanlage hier einen enormen Beitrag geleistet hat.

Das heißt, die Anlage hat viel selbst übernommen?

Michael Wolf: Absolut. Mir ist wichtig zu betonen: Wir stehen nicht da und rufen einfach nach Hilfe. Im Gegenteil – die Kleingartenanlage hat sehr viel selbst gemacht und damit die Kosten deutlich reduziert. Wir haben zum Beispiel sogar die Entschädigungsleistungen komplett eingespart. Das war nur möglich, weil viele bereit waren, Verantwortung zu übernehmen und mit anzupacken. Darauf bin ich ehrlich gesagt auch ein Stück weit stolz.

Frau Nentwig, warum ist der Rückbau für Sie, als Anlage, unbedingt notwendig?

Wir sind die größte Anlage im Altenburger Land. Prozentual mag der Leerstand nicht höher sein als anderswo, aber durch unsere Größe fällt er deutlich stärker ins Gewicht. Altenburg hat insgesamt mit Rückgang zu kämpfen, und auch bei den Kleingärten gibt es viele ältere Pächter.

Irgendwann mussten wir uns ehrlich eingestehen: So wie es ist, kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir entschieden, den ältesten Teil der Anlage zurückzubauen – also genau den Bereich, der zuerst entstanden ist.

Was ist mit der ältesten Laube geplant? Werden Fördermittel genutzt oder erfolgt alles in Eigenleistung?

Claudia Nentwig: Die älteste Laube selbst liegt nicht im eigentlichen Rückbaugebiet. Grundsätzlich greifen wir als Vorstand aber nicht auf Fördermittel zurück. Das haben wir weder beim Kompostgarten noch beim Kronengarten getan – und auch hier wollen wir diesen Weg nicht gehen. Was wir machen, das stemmen wir in Eigenleistung.

Mir ist wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen. Ich kann nicht von unseren Mitgliedern Arbeitseinsätze verlangen und selbst nicht mit anpacken. Deshalb sind wir als Vorstand bei jedem Einsatz dabei und unterstützen aktiv. Dieses Engagement wird von unseren Mitgliedern sehr positiv aufgenommen.

Was soll auf der Fläche vor der Laube entstehen?

Claudia Nentwig: Wir wollen die Fläche als Gemeinschaftsbereich entwickeln. Ein Hochbeet haben wir bereits angelegt. Ein Mitglied, das im Landschaftsgartenbau arbeitet, stellt uns Pflanzen zur Verfügung. Unser Plan ist, dass man aus der Luft „KGA“ herauslesen kann – das ist eine schöne symbolische Idee für unsere Anlage.

Bei Vereinsfesten nutzen wir die Fläche ebenfalls: Dort stehen dann Hüpfburgen oder andere Attraktionen für Kinder. Die Laube selbst soll verschlossen bleiben, Strom wird nur von außen genutzt. Wenn sich alles stabilisiert und wir uns wirtschaftlich erholt haben, können wir über weitere Schritte nachdenken.

Hat der Leerstand den Verein finanziell belastet oder in Schulden gebracht?

Claudia Nentwig: Nein, in Schulden sind nicht aufgelaufen. Wir haben viel durch Eigenleistung abgefangen. Mitglieder, die bleiben wollten, haben wir intensiv eingebunden. Wir haben mehrere Gesprächstermine organisiert, Rundgänge gemacht und transparent gezeigt, welche Gärten leer stehen.

Zwölf Mitglieder haben neue Parzellen übernommen. An einem Wochenende haben wir zwei 40-Kubikmeter-Containern befüllt und die stark vermüllte Gärten beräumt. Das war ein großer Kraftakt – aber es hat funktioniert.

Stehen die Mitglieder hinter Ihnen als Vorstand?

Claudia Nentwig: Ja, komplett. Und das ist für mich das Entscheidende. Als Vorstand muss man eine verlässliche Basis schaffen und präsent sein. Ich nehme mir bewusst Zeit für Gespräche – manchmal brauche ich für einen Weg von einer halben Minute, zu meinem eigenen Garten eine Dreiviertelstunde, weil ich mit den Mitgliedern spreche.

Dieses Miteinander hat uns sehr geholfen. Vertrauen entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern durch Nähe und Verlässlichkeit. 

Welche nächsten Schritte sind geplant?

Frau Netwig: Mir ist wichtig, dass alle Beteiligten transparent und umfassend informiert sind. Viele unserer Mitglieder kennen offiziell noch den Stand von vor etwa einem Jahr. In einer verkürzte Mitgliederversammlung, welche am 7. März durchgeführt wird, bringen wir alle Gartenpächter auf den aktuellen Stand.

Michael Wolf: Parallel dazu sehe ich es als unsere Aufgabe, auch die Stadträte gezielt zu informieren – ergänzend zu den Informationen, die der Oberbürgermeister ohnehin weitergibt. Mir geht es darum, wirklich alle mitzunehmen: sowohl die politischen Entscheidungsträger als auch unsere Kleingärtnerinnen und Kleingärtner.

Wir haben also jetzt die Hausaufgabe, beide Seiten strukturiert und transparent zu informieren, damit es keine Wissenslücken mehr gibt und alle auf demselben Stand sind.

In welche Funktion sind Sie heute vor Ort und welche Interessen vertreten Sie bei unserem Gespräch?

Michael Wolf: Ich bin ehrenamtlich tätig. Im Landespräsidium der Gartenfreunde Thüringen e.V.  bin ich Präsidiumsmitglied für Marketing und Fördergelder. Zusätzlich bin ich im Regionalverband Vorstandsmitglied – ebenfalls für Fördergelder und Marketing. Das heißt, ich kümmere mich um die Beantragung und Bereitstellung von Fördermitteln, bereite Projekte vor und halte Kontakte zur Politik sowie zu anderen Verantwortlichen.

Im Landesverband betreue ich nicht nur das Altenburger Land, sondern auch andere Regionen wie Eisenberg, die Jena oder den Schmöllner Bereich. Das ist landesweit aufgeteilt. Im Grunde sehe ich mich als Interessenvertreter der Kleingärtner auf übergeordneter Ebene. Dabei kann ich meine politischen Erfahrungen einbringen – aber alles geschieht im Ehrenamt.

Das Gespräch führte 

Silke Konzag.

 

Anfrage an die Presseabteilung der Altenburger Stadtverwaltung 

Welche Nutzung ist für die Fläche vorgesehen?

In der Bürgerschaft wird unter anderem über einen möglichen Standort für einen Solarpark und/oder über die Entwicklung einer Eigenheimsiedlung spekuliert. Welche Informationen können Sie uns zum aktuellen Stand mitteilen?

Die Stadt Altenburg wird demnächst eine Konzeptausschreibung veröffentlichen. Diese ist ergebnisoffen, private Investoren können also unterschiedliche Vorstellungen präsentieren. Am Ende entscheidet dann der Stadtrat, wie die Fläche verwendet werden soll.

Wird es eine Entschädigung für die Gartenanlage geben? Falls ja, in welcher Höhe? Falls nein, aus welchen Gründen nicht?

Da die Stadt Altenburg an den Verhandlungen nicht beteiligt war, kann sie dazu auch keine Aussage treffen.

Wie ist der Leerzug des betreffenden Teils der Gartenanlage konkret abgelaufen? Haben die Pächterinnen und Pächter, die ihre Gärten aufgeben mussten, eine Ablöse erhalten?

Da die Stadt Altenburg an den Verhandlungen nicht beteiligt war, kann sie dazu auch keine Aussage treffen.

Welcher zeitliche Rahmen ist für die Erschließung und Umsetzung des geplanten Projekts vorgesehen?

Falls ein tragfähiges Konzept vorgelegt wird, sobald wie möglich. Sollte ein Bebauungsplan erforderlich werden, dauert aber allein dieses Verfahren mindestens ein Jahr.

Sofern eine Eigenheimsiedlung entstehen sollte:

- Ist die Schaffung einer neuen Zufahrt geplant?

- Gibt es bereits konkrete Planungen, die veröffentlicht werden können?

- Wurde die Fläche bereits veräußert?

- Wer ist derzeit Eigentümer der Fläche?

- Wer übernimmt die Projektierung sowie die Bebauung?

- Welche Kosten werden für die Entsorgung der baulichen Anlagen auf der beschriebenen Fläche veranschlagt? Üblicherweise erfolgt die Beräumung der Gärten im Rahmen der Haftung durch die jeweiligen Pächterinnen und Pächter. Warum wurde in diesem Fall anders verfahren?

Da die Stadt Altenburg an den Verhandlungen nicht beteiligt war, kann sie dazu auch keine Aussage treffen. Diese Fragen werden ggf. Gegenstand eines Konzepts sein, welches im Rahmen der Ausschreibung vorzulegen ist. Eigentümer ist die Stadt Altenburg.

Falls ein Solarpark entstehen soll:

- Ist geplant, die gesamte Fläche für den Solarpark zu nutzen? Wenn ja, wer sind die Betreiber?

- Wie viele Solarfelder sollen auf der Fläche errichtet werden?

- Wird der Postsportplatz ebenfalls in die Planungen einbezogen? Wenn ja, welche Veränderungen sind vorgesehen?

Dies wird ggf. Gegenstand eines Konzepts sein, welches im Rahmen der Ausschreibung vorzulegen ist.

Die SWG plant den Leerzug der Kastanienstraße 2–7 sowie gegebenenfalls den Abriss der Gebäude aufgrund fehlender Mieter.

- Besteht aus stadtplanerischer Sicht ein neues Konzept für den Bereich Südost? Falls ja, wie sieht dieses konkret aus?

- Erhält die Stadt Fördermittel für die Umgestaltung des Stadtteils Südost?

- Wie viele potenzielle Anfragen privater Eigentümerinnen und Eigentümer hat die Stadt Altenburg im Jahr erhalten?

Es gibt erste Ideen für die Gestaltung des Stadtteils. Angedacht ist eine planerische Aufteilung in drei Bezirke mit dem Sechseck im Mittelpunkt. Diese ist allerdings Gegenstand einer langfristigen Planung, da die Stadt Altenburg derzeit andere Entwicklungsschwerpunkte hat. Der Abriss von einzelnen Wohnblocks und die Schaffung von Grünflächen wäre aus stadtplanerischer Sicht sehr zu begrüßen. Entsprechende Fördermittelprogramme für den Abriss laufen allerdings aus. Private Eigentümer haben sich nicht speziell nach dem Stadtteil Südost erkundigt.

Die Anfrage stellte Silke Konzag.

 

 

BU-Foto 1: 

„Die älteste Laube der KGA ‚Altenburg Ost‘ befindet sich nicht auf dem Areal, das zurückgebaut werden soll. Zudem gibt es Pläne, sie zunächst

von außen instand zu setzen. Das Areal davor soll mit Hochbeeten sowie einer interessanten Heckenbepflanzung aufgewertet werden.

BU-Foto 2: 

Eingang zur Kleingartenanlage ‚Altenburg Ost‘ e. V., Münser Straße, in der Nähe des Postsportplatzes, auf dem die Mitglieder des Sportvereins Einheit Altenburg e. V. trainieren. Auch hier könnte durch die Maßnahme das bestehende Parkplatzproblem gelöst werden.

BU-Foto 3: 

Insgesamt 80 Gärten mit einer Gesamtfläche von etwa 1,7 Hektar sind vom Teilrückbau der KGA ‚Altenburg Ost‘ betroffen. Der ausschließlich aus Frauen bestehende Vorstand beweist mit dieser Entscheidung Mut und Weitblick.

BU-Foto 4: 

Zufahrt zur Kleingartenanlage mit Parkplätzen für Vereinsmitglieder. Innerhalb der Anlage befindet sich zudem die Speisegaststätte „Ost“, die nicht nur bei Gartenfreunden, sondern auch bei externen Gästen Anklang findet und besucht wird.

Foto 1-5: ©Silke Konzag