Schleiz/Lehndorf (Altenburger Land). Jan Ole Jähnig ist unter den Motorradrennsport-Kennern der Region längst ein Begriff. Eine Pause in der Euro Moto-Serie, Nachfolger der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM), nutzte der in Lehndorf (Altenburger Land) beheimatete 25-jährige zu einem Start auf dem Schleizer Dreieck. Die 91.Auflage auf der deutschlandweit ältesten Naturrennstrecke, veranstaltet vom MSC Schleizer Dreieck, bot den Zwei- und Dreirad-Rennsportfreunden an drei Tagen besten Sport, wobei die Klasse Supersport/Superbike zu den Höhenpunkten auf dem 3,805 km-langen Rundkurs zählte. „Sechs Klassen und 12 Rennen lockten Tausende Fans auf die Tribünen am Buchhübel und anderswo“, freute es auch MSC-Ehrenmitglied Stromhardt Kraft, zu DDR-Zeiten ein überaus bekannter und erfolgreicher Automobilrennfahrer. Als ehemaliger Fahrtleiter des MSC nahm Kraft auch die Siegerehrungen vor, konnte beide Male Superbike-Sieger Jan Ole Jähnig die Trophäen des Laufsiegers überreichen. Auf einer BMW M 1000 RR (ca. 215 PS/etwa 320 km/h Spitzengeschwindigkeit/Team Gert56) rockte der Lehndorfer bereits im Training die Konkurrenz, lediglich Christoph Beinlich aus Pößneck (BMW M 1000 RR/T Beinlich Racing Team) konnte da einigermaßen mithalten. Von der Pole in beiden Läufen über je 12 Runden ( km) gestartet, verlor Beinlich dann aber schnell den Blickkontakt zum führenden Jähnig. Der Niederländer Martin van Ruitenbeek (Honda) freute sich dennoch über die beiden dritten Plätze. Daniel Kratzsch aus Dobitschen (Altenburger Land), der das Duo technisch betreute: „Beide haben das gesamte Wochenende über, auch bereits in den Trainingssitzungen, bewiesen, dass sie zur nationalen Spitze in ihrer Klasse gehören.“ Der 25-jährige aus Lehndorfer Jan Ole Jähnig fand 2009 durch einen Besuch der Leipziger Motorradmesse Gefallen am Fahren auf zwei Rädern. In Nachwuchsklassen (ADAC Minibike ab 2012/ ADAC-Juniorcup 2015/Vizemeister 2016/Debüt als IDM-Pilot 2017) bewies Jähnig sein Potential. 2017 gelang mit dem Deutschen Meistertitel in der SSP 300 (Yamaha R3) sein vorerst größter Erfolg. Ein Mißgeschick verhinderte später einen weiteren Titelgewinn, diesmal in der Superstockkategorie 600 (Yamaha YZF). Um die WM-Krone (Supersport 300/KTM RC) fuhr Jan Ole Jähnig im Team Freudenberg ab 2018, 2019 wurde er in Assen (Niederlande) als Dritter geehrt. Das Aus der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) bedauert Jähnig, sieht aber in der Euro Moto-Serie (sieben Veranstaltungen/Klassen Superbike, Supersport, Sportbike) auf den Strecken Sachsenring, Brünn, Most (beide CZE), Oschersleben, Assen (NL), Nürburgring und Hockenheim eine neue und interessante Herausforderung. „Auch die Teilnahme mit meinem Team German Racing (Gert56/Gründung 2015) an Langstreckenrennen habe ich in meinem Portfolio“, freut es Jähnig. In dieser Liga fahren auch die Teammitiglieder Toni Finsterbusch und GP-Pilot Marcel Schrötter. Nach dem Ayrton Senna-Motto „Gewinnen heißt, mehr zu geben, als alle anderen es für möglich halten“, handelt Gert56, das betrifft Aktive wie das technische Personal gleichermaßen. Für den Lehndorfer – von Beruf Metallbauer im elterlichen Betrieb - war es wichtig, sich auch in der Thüringer Region dem Publikum zu stellen. „Die Gelegenheit gibt es nicht allzu oft. Aber ich meine, ich bin das meinen Fans auch schuldig“, strahlt Jan Ole Jähnig, während seine Fans nach der Siegerehrung auf Gespräche mit ihrem Idol warten.
Wolfgang Wukasch
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Der SBK-Doppelsieger von Schleiz, Jan Ole Jähnig (Lehndorf, r.), Techniker Daniel Kratzsch (Dobitschen, M) und der 2. Platzierte-Christoph Beinlich (Pößneck)
Foto: Wolfgang Wukasch
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Doppelsieger Jan Ole Jähnig #14 (r.) setzt zum Überrunden eines Mikonkurrenten an.
Foto: Wolfgang Wukasch
