Altenburg. Zum ersten Mal fanden vom 3. bis 5. April im Golden Pflug die Internationalen Altenburger Schachtage 2026 statt. Parallel dazu wurden am 4. und 5. April 2026 erstmals die Altenburger Jugend-Schachtage U14 ausgetragen.
Der Meuselwitzer Schachverein 1921 e. V. und der Schachclub Altenburg e. V. organisierten diese Spiele unter anderem mit vielen freiwilligen Helfern.
Mit diesem neuen Turnierformat soll Altenburg als traditionsreicher Schachstandort wieder stärker auf der sportlichen Landkarte sichtbar gemacht werden.
Wertvolle Unterstützung erhielt diese Veranstaltung durch die Stadt Altenburg, die Sparkasse Altenburger Land, ChessBase, chess4u, bagelbakery.de sowie das Team des Goldenen Pflugs.
Internationalen Altenburger Schachtagen – Open Erwachsene
Am Freitag, den 3. April 2026, fand gegen 9.00 Uhr die Open-Turniereröffnung der Internationalen Altenburger Schachtage statt. 66 Schachspieler, unter ihnen drei Schachspielerinnen, vor allem aus den ostdeutschen, aber auch aus westdeutschen Bundesländern, nahmen am Open teil. Die Teilnehmenden reisten unter anderem aus Schwerin, Erfurt, Leipzig, Jena und sogar aus Köln und Pforzheim an, aber auch aus kleineren Gemeinden Deutschlands und selbstverständlich aus Altenburg und Meuselwitz. Ein Spieler war extra aus den Niederlanden angereist und ein Spieler war aus der Ukraine, der aber in Deutschland lebt.
Leider sagten ein paar Spieler aus Halle und Umgebung das Turnier kurzfristig ab, da sie, wie Frank Große, Organisator und Schiedsrichter, berichtete, wegen angeblich schlechter öffentlicher Verkehrsanbindung und Schienenersatzverkehrs, schon um 5.00 Uhr morgens hätten losfahren müssen, um rechtzeitig am Turnier teilnehmen zu können. Ein Problem seien, laut Aussage von Frank Große, auch die wenig verfügbaren Unterkünfte in Altenburg und Umgebung gewesen, die eventuell auch schon wegen der Osterfeiertage ausgebucht waren – sonst hätte es gegebenenfalls noch mehr Anmeldungen gegeben. Das Alter lag zwischen 12 und 86 Jahren. Hauptschiedsrichter war IA Roland Katz. Teilnehmen durfte nur, wer auch eine entsprechende FIDE-ID nachweisen konnte.
Die 12-jährige Victoria Sniegowski vom Meuselwitzer SV 1921 spielte als jüngste Teilnehmerin im Internationalen Turnier mit, statt bei der U 14, um gegen spielstarke Gegner Erfahrungen zu sammeln. Diese sollen ihr helfen, ihren Titel bei den Thüringer Einzelmeisterschaften zu verteidigen.
In 7 Runden Schweizer System wurde gegeneinander angetreten. Jeder Spieler erhielt 90 Minuten für 40 Züge plus 30 Minuten für die Restpartie und 30 Sekunden Bonus ab dem ersten Zug. Zwischen jeder Partie gab es 30 Minuten Pause.
Gemäß der FIDE-Regel 11.3.2 durften vollständig ausgeschaltete elektronische Geräte in einer geschlossenen Tasche oder Ähnlichem aufbewahrt werden. Ein preiswerter Imbiss sorgte während des Turniers für das leibliche Wohl. Die Sporthalle wurde mittig geteilt. Im hinteren Bereich fand das Turnier statt. Pro Tag wurden zwei Runden gespielt. Am 6. April wurde die 7. Runde ausgetragen. Im Anschluss daran wurden die Sieger geehrt. Beste weibliche Teilnehmerin war Gabriela Ignatova aus Meuselwitz.
Ein Startgeld von 50 Euro wurde erhoben. Schüler, Azubis und Studierende mussten 30 Euro entrichten. Dadurch konnten im Open entsprechende Siegerprämien und Sonderpreise verteilt werden. Sonderpreise gab es auch in den Ratinggruppen, in der Seniorenwertung sowie für die besten ostthüringischen und Altenburger Teilnehmer.
Altenburger Schachtage 2026 Open – Resultat nach 7 Runden
1. Fischer, Edwin; GER; 2188 E; SC Reichenbach; 6 Punkte
2. IM Langheinrich, Ferenc; GER; 2300 E; ESV Nickelhütte Aue, 5,5 Punkte
3. Schütze, Norman; GER; 2247 E; SG 1871 Löberitz; 5,5 Punkte
(IM = Internationaler Meister)
Jugendturnier U14
Am Samstag, den 4. April 2026, startete das Jugendturnier U14 mit 26 statt 28 Kindern im Alter bis 13 Jahre in einem separaten Raum im 1. Stock. Das jüngste der drei Mädchen, die teilnahmen, war fünf Jahre alt. Die Teilnehmenden kamen vor allem aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, aber auch aus Trier. Ein Startpreis von zehn Euro wurde erhoben. Fünf Runden nach Schweizer System wurden gespielt, wobei die Kinder und Jugendlichen hierfür 75 Minuten für 30 Züge plus 30 Sekunden pro Zug von Beginn an erhielten. Zwischen den Spielen gab es eine halbe Stunde Pause. Auch im Jugendturnier U14 bestand Notationspflicht, das bedeutet, dass die Spielzüge in entsprechenden Formularen aufgezeichnet werden müssen. Am Eröffnungstag wurden drei Runden, und am Sonntag, den 5. April 2026, zwei Runden gespielt, bevor die Sieger feststanden und geehrt wurden. Alle Teilnehmenden erhielten Urkunden und Sachpreise.
Die Kinder wurden von ihren Eltern begleitet. Unter anderem reisten Familie Preuße mit Sohn Anton (10) und Paul Gerth (8) mit seinem Vater aus Erfurt an. Gemeinsam spielten sie die Partien des Sohnes nach, und analysierten diese mit Tipps, Lob und Ermutigung. Sehr engagiert und ihre Kinder unterstützend, berichteten Familie Preuße und Vater Gerth, dass ihre Kinder über eine Schach-AG in der Schule, am Schach Gefallen gefunden hätten. Dies hätte sie in den SC Turm Erfurt gebracht. Sie wünschten sich für Erfurt geeignete Räumlichkeiten, wie in Altenburg, damit auch dort große Schachturniere stattfinden könnten. Ihre Kinder hätten bereits in Meuselwitz an einem Turnier teilgenommen. Die Organisation durch Frank Große und sein Team hätte ihnen so sehr gefallen und zugesagt, dass sie sich auch für das Altenburger Turnier angemeldet haben. Sie lobten den Austragungsort Altenburg, die Räumlichkeiten im Golden Pflug, die tolle Organisation auch hier, in Altenburg, und die gute Atmosphäre, da alle Helfer mit ganz viel Herzblut bei der Sache sind.
Resultate Altenburger U14-Jugendopen 2026 nach 5 Partien
1. Lux, Kilian; Erfurter SK, 5 Punkte
2. Sommer, Hugo; Meuselwitzer SV, 4 Punkte
3. Lorentzen, Linus Maximilian; SF Schwerin; 4 Punkte
Anmerkung der Redaktion
Dass in Altenburg zu DDR-Zeiten verschiedene Schachturniere ausgetragen wurden, veranschaulichen beigefügte Urkunden und Medaillen. Es wäre schön, wenn sich dieses neue Format etablieren könnte und mehr gefördert werden würde. Dies käme auch Altenburg und Umgebung auf verschiedenen Ebenen zugute. Schach-AGs in Schulen oder Bodenschachspiele im öffentlichen Raum wären gegebenenfalls geeignet, um das Interesse der Kinder zu wecken. Den Organisatoren, Ehrenamtlichen, Schiedsrichtern, fleißigen Helfern und Sponsoren gebührt ein großes Dankeschön!
Ilka Dziengel
BU-Foto (Urkunden):
Urkunden und Medaillen von Altenburger Schachturnieren aus dem Jahre 1982.
Foto: Ilka Dziengel
BU-Foto (Spielsaal):
Blick in den Spielsaal ideale Spielbedingungen auf Profiniveau
Foto: Meuselwitzer Schachverein 1921 e. V.
