Saalfeld/Altenburg. Das Saisonziel der Handball-Frauenmannschaft des SV Aufbau Altenburg hatte das Trainerduo Ronny Bärbig/Antonio Rohr zum Auftakt im September 2025 klar abgesteckt: Erringen des höchsten Handballtitels im Freistaat Thüringen, der Gewinn der Oberliga-Meisterschaft. Jene Meisterschaft, in der in der vorangegangenen Saison der Meister HSG Saalfeld/Könitz hieß. In der aktuellen Saison standen für die Altenburgerinnen die Chancen gut, den Titel bereits in ihrem letzten Auswärtsspiel – bei der HSG Saalfeld-Könitz – fest zu machen. Seit Saisonbeginn bestimmte Aufbau Altenburg das
Ligageschehen, blieb bis zum 7. März (24:27 beim Tabellenvierten HSG Apolda/Großschwabhausen) ungeschlagen. Der HBV Jena 90 bekam in der Woche darauf im Goldenen Pflug zu spüren (33:25), dass die Niederlage schnell abgehakt war. In der Gorndorfer Dreifelderhalle (der HSG-Spielstätte), stand ein „besonders heißer Tanz“ an, da Tabellenvize HSG Saalfeld/Könitz Ambitionen auf die erfolgreiche Titelverteidigung hegte. Vor allem wollten die Schützlinge
von Trainer Jonas Kraßnitzer auch die Scharte der 26:30-Niederlage vom Hinspiel in der Skatstadt (29.11.2025) wettmachen. Die Gastgeberinnen bewegten sich im Saisonverlauf zwar stets im oberen Bereich. Die Favoritenrolle, zumindest auf dem Papier, neigte sich mehr oder weniger – aufgrund der Torquote – zu den Altenburgerinnen. Ein Schönheitspreis konnte dem Spiel allerdings nicht vergeben werden: Insgesamt 18 Siebenmeter, neun Zeitstrafen, vier gelbe Karten und eine rote belegen um was es in diesem Spiel ging. Für das Schiedsrichterduo Rainer Fäcke/Max Müller reichlich Arbeit, die aber mit Übersicht gelöst wurde. Angefeuert vom Red Block – Supporter des SV Aufbau Altenburg – begannen jene 60 Minuten, in der die Aufbau-Frauen sofort das Heft des Handelns übernahmen. Schnell lagen die Gäste nach Toren von Leni Kröber, Franziska Bärbig und Hannah Gentsch mit 3:0 (6.Min.) vorn. Die HSG-Aufholjagd zeitigte im 6:6-Ausgleich (Juliane Kempe/18.) Wirkung. Aufbau-Coach Ronny Bärbig nahm die erste Auszeit, Saalfeld/Könitz aber blieb zunächst dran (9:10/24./Kempe/7-Meter). Vivien Marie Klöppel und Claudia Voigt besorgten in der Folge den Pausenstand (12:9 für Aufbau). Einen Fünf-Torevorsprung erarbeiteten sich Gäste in der zweiten Hälfte vor allem durch Laura Moosdorf (14:9/34.Min.), die von ihren insgesamt zehn Treffern allein sieben Strafwürfe verwandelte. Im Gehäuse erwies sich Gina Perkowski erneut als starker Rückhalt für ihre Vorderleute (aktuell 315 Gegentore, zweitbester Ligawert/stehen 439 erzielte Aufbau-Treffern gegenüber, Bestwert). Melina Nike Bauer (38.), Kröber (40.), Moosdorf (44.(2) und 51.), Voigt (46.), Gentsch (50.) und Klöppel (53.) ließen die künftigen Oberligameister auf neun Tore Vorsprung da-vonziehen (23:14). Trainer Bärbig gab dem Nachwuchs Spielzeit, die HSG nutzte diese zu einem guten Lauf, kam bis zur Sirene auf 20:24 (Tore Pleyer, Tiesnes, Wilson, Fröhlich) heran. Zwischenzeitlich besorgte Gentsch (57.) den letzten Aufbau-Treffer in einer äußerst spannenden Partie, die von den Fans beider Lager mit reichlich Beifall bedacht wurde. Durch die Niederlage rutschte Saalfeld/Könitz (13 absolvierte Spiele) hinter Wölfe Erfurt (bisher 14 Spiele) auf Platz drei, einzig bei Aufbau Altenburg stehen 15 Spiele zu Buche. Durchschnaufen kann der neue Meister bis zum 25. April, da wird im Goldenen Pflug im Kreisderby zum Punktspielfinale der Altenburgerinnen gegen LSV Ziegelheim angepfiffen (15:30 Uhr). Eine reizvolle Partie, denn die LSV-Frauen steigerten sich im Saisonverlauf und möchten die Saison im Mittelfeld beenden. In der Hinrunde in Ziegelheim blieb der LSV (6. Dezember 2025/
25:31) allerdings ohne Punkte.

Der Thüringenmeister 2025/2026, SV Aufbau Altenburg, spielte mit: Gina Perkowski (Torfrau), Emily Sophie Banach, Vivien Marie Klöppel (2 Tore), Hannah Gentsch (3), Melina Nike Bauer (1), Laura Moosdorf (10), Claudia Voigt (4), Nancy Beine, Leni Kröber (2), Charlotte Emmerlich, Emily Förtsch, Marie Heinze, Amelie Görner, Paula Böhme, Franziska Bärbig (2); Trainer Ronny Bärbig, Co-Trainer Antonio Rohr, Betreuerin Emily Enke.

Tore für HSG Saalfeld/Könitz: Juliane Kempe (5), Vivien Lutz, Emilia Tiesnes (je 3), Paula Büttner, Julia Fröhlich, Peggy Pleyer (je 2), Annalena Dietzel, Michele Heerwagen, Christiane Wilson (je 1 Tor). 

Wolfgang Wukasch

 

BU-Foto 1:

Der neue Meister der Thüringer Oberliga Frauen, SV Aufbau Altenburg, bedankt sich mit einem Gruppenfoto nach dem 24:20-Erfolg gegen die HSG Saalfeld/Könitz in der Dreifelderhalle von Gornau/Saalfeld für die Fan-Unterstützung über die gesamte Saison hinweg.

 

BU-Foto 2:

Laura Moosdorf ist in Saalfeld mit 10 Treffern die erfolgreichste Torschützin des neuen Thüringenmeisters SV Aufbau Altenburg. 

 

Fotos: ©Wolfgang Wukasch