Görlitz/OT Schleife. An der Deutsch-Sorbischen Oberschule in Schleife im Landkreis Görlitz beschäftigt ein externes Theaterprojekt inzwischen Polizei und Schulbehörden. Der Vorwurf: Während einer Projektwoche sollen Neuntklässlern pornografische Inhalte gezeigt worden sein. Gleichzeitig wurde hier gegen das Neutralitätsgebot an Schulen verstoßen, indem man Broschüren mit der Aufschrift FCK AFD (fack AfD – auf deutsch: Scheiß AfD) verteilt hat. Laut § 33 Abs. 1 BeamtStG fordert es eine unparteiische Amtsführung an Schulen. Das Gebot basiert auf der freiheitlich-demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes. Mehrere Eltern stellten Strafanzeige. Inzwischen wird gegen zwei Erwachsene aus dem Umfeld des Projekts ermittelt.

Wer steckte hinter dem Projekt – und gegen wen wird ermittelt?

Es handelt sich hierbei um zwei nicht-binäre (engl. non-binary) Menschen, die nicht wissen, ob sie männlich oder weiblich sind, die einer Organisation angehören, die sich Sozialistische Jugend Deutschlands – „Die Falken“ nennt. Eine Linke-Organisation, die über vorgelagerte NGOs der LINKEN, die Amadeu-Antonio-Stiftung, finanziert wird. Des Weiteren schätzt man, dass diese linke Jugendorganisation in Thüringen in den Zeiten der Rot-Rot-Grünen Landesregierung ca. 70 bis 300.000 Euro (Steuergelder) jährlich erhalten hat. Genaue Zahlen werden nicht bekannt gegeben. Auch nicht in Sachsen. In der Vergangenheit war die Vita dieser sozialistischen Jugendorganisation wie folgt umschrieben: Sie halten Schulen, Unis und Arbeit für eine Zumutung und wöllten lieber alles niederreißen. Schon vor Jahren wollte der damalige Thüringer FDP-Chef Kemmerich wissen, warum die Rot-Rot-Grüne Landesregierung „Die Falken“ als gemeinnützig anerkennt, obwohl für diese sozialistische Jugendorganisation nach Angaben auf ihrer Internetseite „die Gesellschaft auf den Müllhaufen der Geschichte gehört“. Zudem hatte Kemmerich darauf aufmerksam gemacht, dass seit 28 Jahren diese sozialistische Jugendorganisation nicht mehr auf Gemeinnützigkeit überprüft wird, während jeder Karnevalsverein diesen Status regelmäßig nachweisen muss. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Aus fast dem gleichen Vorwurf kam diese sozialistische Jugendorganisation bereits 1969 in die Kritik, als bekannt wurde, dass sie den sogenannten Sex-Kommunismus praktizieren, in dem sie in Zeltlagern 1.700 Kindern und Jugendlichen Pornos gezeigt haben sollen. Es kam nie zu einer Anklage. Nach bisherigem Stand wurde das Projekt von einem externen Team durchgeführt, welches sich die Schule über die Amadeu-Antonio-Stiftung „ins Haus geholt“ hatte. Die Ermittlungen richten sich nach aktuellem Stand gegen zwei erwachsene Personen aus dem Umfeld dieses externen Theaterprojekts. Namen wurden bislang nicht veröffentlicht. Auch ihre genaue Rolle innerhalb des Projekts ist öffentlich bislang nicht vollständig geklärt; in Berichten werden sie dem externen Team beziehungsweise der Projektleitung zugeordnet. In verschiedenen Darstellungen ist zudem die Rede davon, dass beide Personen gleich zu Beginn des Projekttags erklärten, im Unterricht nicht mit „er“ oder „sie“ angesprochen werden zu wollen. Demnach sollen die Schülerinnen und Schüler aufgefordert worden sein, eine nicht-binäre Ansprache zu verwenden.

Warum wurde das Projekt so schnell gestoppt?

Nach dem bisherigen Stand lief das Projekt im März 2026 im Rahmen einer Schul-Projektwoche. Laut Schulaufsicht war es ursprünglich als Theaterprojekt zu den Themen „Mut“ und „aktuelle politische Themen“ angekündigt worden. Offenbar lief es dann aber ganz anders ab als beschrieben. Die Schule zog noch am selben Tag die Reißleine, brach das Projekt ab und kündigte den Vertrag mit den Verantwortlichen, nachdem sich Eltern und nur Eltern an die Schule gewandt hatten.

Berichten zufolge sollen den Jugendlichen Materialien mit sexuellen Darstellungen gezeigt worden sein. Teilweise ist auch von Darstellungen homosexueller Handlungen die Rede. Die Schulaufsicht formuliert das deutlich vorsichtiger und spricht von sensiblem oder möglicherweise pornografischem Bildmaterial. Klar ist bisher vor allem: Es gab Beschwerden, das Projekt wurde sofort beendet und der Fall wird jetzt strafrechtlich geprüft.

Wie wurde das Projekt eigentlich angekündigt?

Spannend ist vor allem, wie das Projekt ursprünglich dargestellt wurde. Nach bisherigen Berichten trug es den Titel „Mutige Jugendliche in Ostsachsen finden Perspektiven“. Nach außen wirkte das Ganze damit eher wie ein Angebot aus dem Bereich politischer Bildung oder Demokratieförderung.

Dem Vernehmen nach sollte das Projekt Jugendliche stärken, ihnen Mut machen und ihnen ein Gefühl von Selbstwirksamkeit vermitteln. Außerdem sollte es um politische und gesellschaftliche Entwicklungen in Ostsachsen gehen. Damit hätte das Projekt grundsätzlich in eine Richtung gepasst, wie sie auch bei geförderten Demokratie- und Antidiskriminierungsprojekten üblich ist.

Gerade deshalb fällt die Abweichung so stark auf: Nach außen klang das Projekt nach politischer Bildung und Demokratieförderung. Der jetzige Vorwurf passt dazu allerdings überhaupt nicht. Auch die Schulaufsicht sagt, die Durchführung habe deutlich von dem abgewichen, was vorher angekündigt worden war.

In verschiedenen Schilderungen heißt es außerdem, einige Schülerinnen und Schüler hätten auf das gezeigte beziehungsweise herumgereichte Material mit Entsetzen reagiert, teils auch mit Kopfschütteln, und sich dagegen gewehrt. Zudem wird behauptet, dass die Projektbeteiligten daraufhin sinngemäß geäußert hätten, das sei „in Sachsen kein Wunder“, weil es sich um ein „Fascho-Land“ beziehungsweise ein „AfD-Land“ handle. 

Welche Rolle spielt die Schule?

Nach Einschätzung des Landesamts für Schule und Bildung gibt es derzeit keine Hinweise auf ein Fehlverhalten der Schulleitung. Die Behörde begründet das damit, dass das Projekt offenbar anders umgesetzt wurde als angekündigt. Aus Sicht der Schulaufsicht steht also momentan nicht die Schule selbst im Zentrum der Vorwürfe, sondern das externe Projekt.

Kritisch gesehen wird in dem Zusammenhang allerdings auch die Frage, wie eng das Projekt vor Ort überhaupt begleitet wurde. Im Raum steht unter anderem der Vorwurf, dass während des Projekttags zeitweise keine Lehrkraft in den Räumlichkeiten anwesend gewesen sein soll. Öffentlich belegt ist das bislang allerdings nicht. Entsprechend taugt dieser Punkt eher als Kritik oder offene Frage denn als gesicherte Tatsache.

Gleichzeitig hat der Fall Konsequenzen: Schulaufsicht und Kultusministerium haben angekündigt, externe Anbieter künftig genauer zu prüfen.

Welche Rolle spielt die Stiftung?

Nach bisherigem Stand wurde das Projekt von der Amadeu-Antonio-Stiftung gefördert. Nachdem der Vorfall bekannt geworden war, wurde diese Förderung eingestellt.

In dem Zusammenhang ist auch der Projektname noch einmal wichtig: Das Projekt „Mutige Jugendliche in Ostsachsen finden Perspektiven“ wurde nach bisherigem Stand mit einem niedrigen dreistelligen Betrag gefördert, bevor die Unterstützung nach Bekanntwerden des Falls gestoppt wurde.

Was sagt das Gesetz zu so einem Fall?

Juristisch geht es vor allem um § 184 des Strafgesetzbuchs. Darin ist geregelt, dass sich strafbar machen kann, wer einer Person unter 18 Jahren pornografische Inhalte anbietet, überlässt oder zugänglich macht. Das wäre in einem Fall wie diesem dann relevant, wenn sich der Verdacht bestätigen sollte, dass Minderjährigen im Klassenraum entsprechendes Material gezeigt oder zugänglich gemacht wurde.

Ob das im konkreten Fall tatsächlich so zu bewerten ist, müssen jetzt Polizei und Staatsanwaltschaft klären. Die laufenden Ermittlungen bedeuten noch nicht, dass der Fall juristisch bereits abschließend bewertet ist.

Die Redaktion/KV

Quellen: https://www.welt.de/regi onales/sachsen/article69e0 43ba93130bd3499d30d0/pornos-im-klassenzimmer-was-die-schul aufsicht-ermittelt-hat.html; https://www.welt.de/article69de1b c67ca313ddf113a159?utm_sour ce=chatgpt.com; https://www.we lt.de/article69e03bfe7711c 440ff1d84d3?utm_source =chatgpt.com; https://www.junge freiheit.de/politik/deutschland/2026/porno-skandal-amadeu-anto

nio-stiftung-entfernt-projekt-von-der-website/; https://www.ama deu-antonio-stiftung.de/projektfoerderung/foerderbilanz/; https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/projektfoerderung/; https://www. amadeu-antonio-stiftung.de/ue ber-uns/; https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__184.html; htt ps://www.stern.de/gesellschaft/regio nal/sachsen/eklat-bei-projektwoche--pornos-im-klassenzim mer--was-die-schulaufsicht-ermit telt-hat-37313232.html; https://dresden.t-online.de/region/dres den/id_101212456/sachsen-poli zei-ermittelt-zu-porno-vorwuer fen-an-oberschule-in-schleife.html

 

Zwei Frauen aus dem Umfeld eines externen Schulprojekts stehen im Verdacht, Minderjährigen pornografische Inhalte gezeigt zu haben.

Foto: jungefreiheit.de/Bildschirmfoto KURIER/Grafik: KI-assistiert