10,80 Meter lang und sechs Tonnen schwer – Rekordhammer sorgt für Aufsehen in Heideland
Heideland-Königshofen/Altenburger Land. Die Redewendungen „wissen, wo der Hammer hängt“ und „zeigen, wo der Hammer hängt“ gehören bis heute zum deutschen Sprachgebrauch. Sie stehen einerseits für das Wissen um Abläufe, Zuständigkeiten und Machtverhältnisse, andererseits für Durchsetzungsvermögen und Autorität. Vermutlich stammen sie aus dem Handwerk, wo jedes Werkzeug seinen festen Platz hatte und erfahrene Handwerker genau wussten, wo es hing. Da der Hammer zudem seit jeher als Symbol für Kraft und Entscheidung gilt, entwickelte sich daraus die heutige übertragene Bedeutung.
Zurück zur eigentlichen Berichterstattung
Auf einem bekannten thüringischen Radiosender hörte der KURIER von einem Hammer-Weltrekord und lauschte den Ausführungen der Moderatoren. Da sich der Ort Heideland im Saale-Holzland-Kreis, nahe der Stadt Eisenberg, befindet, hakten wir die Meldung gedanklich ab, da sich dieses Ereignis nicht in unserem Einzugsgebiet befand. Doch wie der Zufall so spielt, entdeckte der KURIER in einem Statuspost der Zimmerei Reinsch aus Lödla genau diesen übergroßen Hammer, der an einem Kran hing, sowie eine Urkunde des RID – Rekord-Institut für Deutschland. Ein Telefonat mit Gabriela Reinsch ergab, dass ein ehemaliger Mitarbeiter bei dem Unternehmen Hammer Holzbautechnik GmbH, das den Rekordversuch aufstellte, arbeitet und sie persönlich vor Ort gewesen war. Sie vermittelte uns den Kontakt zu Christian Fritsch. Er freute sich natürlich riesig, dass nun auch im Altenburger Land über diesen Weltrekord berichtet werden soll, und übermittelte uns Fotos sowie eine Presseerklärung, die wir als Grundlage für diese Berichterstattung verwendeten. Wie sich doch die Kreise schließen und wie spannend die Verbindungen jedes Einzelnen sind.
Weltrekord in Thüringen
Am Samstag, dem 6. Juni 2026, fand im Rahmen eines Gewerbegebietsfestes in Heideland-Königshofen ein außergewöhnlicher Weltrekordversuch statt, bei dem dieser außergewöhnliche Rekord aufgestellt werden konnte. Damit sollte die Leistungsfähigkeit beider Unternehmensstandorte sowie die erfolgreiche Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg dokumentiert werden. Der Rekordhammer ist 10,98 Meter lang, rund sechs Tonnen schwer und vereint traditionelle Zimmermannskunst mit modernster Abbundtechnik aus Holz und Stahl. Während des Rekordversuches beim ersten Gewerbegebietsfest waren mehrere tausend Besucher sowie Gäste aus Politik und Wirtschaft anwesend. Moderiert wurde der Weltrekordversuch von Kay Dörfel und seinem Team sowie der Band „be happy“. Alle verfolgten die offizielle Vermessung, Prüfung und Zertifizierung durch Rekordrichter Lasse Philippeit vom Rekord-Institut für Deutschland mit größter Spannung.
Die Maße des Hammers
Der gigantische Hammer ist ein originalgetreuer Nachbau eines Zimmermannshammers nach DIN 7239 und wurde im Maßstab 30:1 gefertigt. Der Hammerstiel hat eine Länge von 10,80 Metern und eine Breite von 0,90 Metern. Sein Gewicht wird auf etwa vier Tonnen geschätzt. Die Höhe des Hammerkopfes misst 5,20 Meter, sein Gewicht beträgt rund zwei Tonnen. Insgesamt wurden elf Kubikmeter Brettschichtholz aus Fichte verarbeitet. Das entspricht ungefähr der Holzmenge, die für den Bau von zwei Dachstühlen von Einfamilienhäusern benötigt wird. Als besondere Herausforderung galt die Fertigung des Hammerstiels, da dieser auf einer hochmodernen Technowood-Abbundanlage hergestellt wurde. Die Bearbeitung erforderte fünf Arbeitsschichten und rund 40 Arbeitsstunden. Dabei waren höchste Präzision bei Planung, Verbindung und Montage vonnöten. Auf dem Stiel wurde zudem das Signum „Hammer Holzbautechnik“ eingefräst.
Wie entstand die Idee?
Vor etwa drei Jahren wurde die Idee geboren. Die anschließende Planungsphase umfasste rund zwei Monate. „Wenn man schon Hammer heißt, muss man auch etwas Hammermäßiges machen“, lautete der Gedanke hinter dem Großprojekt. Ein Netzwerk aus Fachleuten, Partnern und Mitarbeitern war an der Umsetzung des Projektes beteiligt:
-Dipl.-Ing. Stefan Beier, Helk Architekten und Ingenieure GmbH (Architektur und Statik)
- Michael Bühler, Geschäftsführer Hammer Holzbautechnik GmbH
- Tino Müller, Produktionsleiter Hammer Holzbautechnik GmbH
- Gerd Krauß, Niederlassungsleiter Hammer Holzbautechnik GmbH Fichtenberg
- Matthias Junginger, Inhaber der Hammer Holzbautechnik GmbH
- Manfred Hammer, Unternehmensgründer der Hammer Holzbautechnik GmbH
Unterstützt wurde das Projekt durch die Teams der Unternehmen Blumer-Lehmann AG aus Gossau in der Schweiz (Hammerstiel), Metallbau Weber GbR aus Bad Sulza (Hammerkopf).
Wo ist der überdimensionale Hammer zu sehen?
Der Hammer wird nun dauerhaft auf dem Firmengelände in Heideland-Königshofen zu sehen sein. Da sich das Unternehmen direkt an der Autobahn A9 zwischen Droyßig und Eisenberg befindet, gilt der Rekordhammer schon jetzt als sichtbares Zeichen für Innovation und die Stärke des regionalen Handwerks, für Qualität und Teamgeist sowie für die Liebe zum Beruf des Zimmermanns.
Weltrekordversuch geglückt
Mit der Überreichung der Weltrekordurkunde brachte es Produktionsleiter Tino Müller auf den Punkt: „Wir haben gezeigt, wo der Hammer hängt.“
Zum Unternehmen
Die Hammer Holzbautechnik GmbH ist seit 1991 mit ihrem Hauptsitz in Fichtenberg (Baden-Württemberg) und seit 1995 mit ihrer Niederlassung in Heideland-Königshofen (Thüringen) im Holzbau tätig. Silke Konzag
BU Rekordhammer1: Team von der Hammer Holzbautechnik GmbH mit Entertainer Kay Dörfel (r.) Foto: Stimmungszeit M&M
BU Rekordhammer2: „Wir haben gezeigt, wo der Hammer hängt“: Mit diesem 10,98 Meter langen Riesenhammer stellte die Hammer Holzbautechnik GmbH einen neuen Weltrekord auf. Die Initiatoren Stefan Beier, Michael Bühler, Matthias Junginger, Rekordrichter Lasse Philippeit, Tino Müller und Moderator Kay Dörfel (v.l.n.r.) freuten sich gemeinsam vor dem gigantischen Zimmermannshammer über den gelungenen Rekordversuch. Foto: Stimmungszeit M&M
