Altenburg. Zu viel Durchgangsverkehr, zu hohe Geschwindigkeiten und zunehmend Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche: Mit mehreren Kritikpunkten zur Situation in der Kesselgasse hat sich ein Anwohner an die Stadtverwaltung Altenburg, den Stadtrat und auch an den KURIER gewandt. Die Belastung habe aus seiner Sicht mittlerweile ein „nicht mehr hinnehmbares Ausmaß“ erreicht, heißt es in seinem Schreiben.

Nach den Schilderungen des Anwohners sei die Kesselgasse in den vergangenen Jahren deutlich stärker befahren worden. Besonders bemerkbar mache sich dies, wenn aufgrund von Bauarbeiten oder Veranstaltungen im näheren Umfeld Umleitungen eingerichtet werden. Der Verkehr werde dann regelmäßig über die Kesselgasse in Richtung Teichstraße geführt. Als konkretes Beispiel nennt der Verfasser das Weinfest: Durch die damalige Sperrung der Brauhausstraße sei der Verkehr erneut über die Kesselgasse geleitet worden und teilweise bis weit in die Nacht hinein angehalten.

Ein weiteres Problem sieht der Anwohner bei der Geschwindigkeit. In der Kesselgasse gilt eine Begrenzung auf 20 km/h. Nach seiner Beobachtung hielten sich jedoch viele Verkehrsteilnehmer nicht daran und seien teilweise deutlich schneller unterwegs. Aufgrund der stellenweise schlechten Einsehbarkeit der Straße und weil Kinder oder andere Fußgänger zwischen parkenden Fahrzeugen hervorkommen könnten, bewertet der Verfasser die Situation insbesondere für Kinder und ältere Menschen als problematisch.

Hinzu komme die Parksituation. Trotz vorhandener Anwohnerparkausweise sei es vor allem zu Stoßzeiten teilweise schwierig, einen Parkplatz zu finden. Gleichzeitig würden regelmäßig Fahrzeuge abgestellt, bei denen der Anwohner infrage stellt, ob diese dort überhaupt parkberechtigt sind. Er fordert deshalb stärkere Kontrollen durch das Ordnungsamt.

Auch die bauliche Beschaffenheit der Straße wird in dem Schreiben thematisiert. Das Kopfsteinpflaster sei insbesondere im Winter problematisch. Bei Schnee und Eis sei es teilweise schwierig, aus den Einbuchtungen beziehungsweise Stellflächen herauszufahren. Zugleich kritisiert der Verfasser, dass der Winterdienst in der Kesselgasse aus seiner Sicht in den vergangenen Jahren nicht ausreichend erfolgt sei.

Mit dem gestiegenen Verkehrsaufkommen verbindet der Anwohner zudem eine zunehmende Lärm- und Abgasbelastung. Da sich Schlafzimmer und andere Wohnräume teilweise unmittelbar an der Kesselgasse befänden, sei diese für die Bewohner deutlich wahrnehmbar. Besonders die Abend- und Nachtstunden werden in dem Schreiben hervorgehoben.

Der Verfasser fordert allerdings keine vollständige Sperrung der Straße für den Verkehr. Vielmehr bittet er darum, Möglichkeiten zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs zu prüfen. Vorgeschlagen werden unter anderem eine deutlichere Kennzeichnung der bestehenden 20-km/h-Regelung, zusätzliche beziehungsweise besser sichtbare Verkehrsschilder, regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen und gegebenenfalls eine Geschwindigkeitsmessanlage. Zudem solle grundsätzlich geprüft werden, ob sich der Durchgangsverkehr durch verkehrsrechtliche Maßnahmen reduzieren lässt.

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