Ponitz. Ponitz steht derzeit vor gleich mehreren Aufgaben: Die Gemeinde muss mit den Belastungen durch Bahn- und Straßenbaustellen umgehen, sucht Lösungen für den Breitbandausbau, investiert in Wohnraum und Infrastruktur – und muss zugleich mit einer angespannten Finanzlage zurechtkommen. Trotzdem blickt Bürgermeister Marcel Greunke auf eine Gemeinde, die sich Schritt für Schritt weiterentwickelt und ihren ländlichen Charakter bewahren will.

Besonders wichtig ist aus Sicht des Bürgermeisters die neue Hausarztpraxis im Gemeindeamt. Sie sei „ein sehr wichtiger Schritt“ für Ponitz und werde von den Bürgerinnen und Bürgern äußerst positiv aufgenommen. Gerade im ländlichen Raum sei medizinische Versorgung ein entscheidender Standortfaktor. Mit der Praxis vor Ort verbessere sich nicht nur die Versorgung, sondern auch die Lebensqualität und Attraktivität der Gemeinde. Ein großes Thema bleiben die Bauarbeiten entlang der Bahnstrecke und an den Brückenbauwerken. Sie stellen Ponitz nach Einschätzung des Bürgermeisters derzeit vor große Herausforderungen. Sperrungen und Umleitungen wirkten sich spürbar auf den Alltag aus. Besonders Pendler, Gewerbetreibende und landwirtschaftliche Betriebe müssten längere Fahrzeiten und organisatorische Einschränkungen hinnehmen. Aktuell werde im Bereich an der Pleiße sowie im Merlacher Weg Kanal- und Straßenbau durchgeführt. Parallel arbeite die Deutsche Bahn weiter an den Bahnüberführungen. Nach aktuellem Stand sollen die Arbeiten einschließlich des Straßenbaus an der Schmöllner Straße und der Merlacher Straße noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Positiv sei, dass die Maßnahme in der Mitschurinsiedlung inzwischen fertiggestellt wurde.

Sorgen bereitet der Gemeinde vor allem die starke Belastung der Straßen durch Massentransporte im Zusammenhang mit den Bahnbaumaßnahmen. Die intensive Nutzung habe bereits deutliche Spuren hinterlassen. Ponitz fordere deshalb Deckensanierungen der betroffenen Straßen ein. Zugleich habe sich der direkte Austausch mit der Deutschen Bahn in einigen Punkten verbessert. Besonders an Regentagen funktioniere die Straßenreinigung inzwischen spürbar besser, unter anderem durch intensiveres Kehren und den Einsatz von Reifenwaschanlagen für Lkw.

Auch beim Breitbandausbau sieht die Gemeinde Licht und Schatten. Der geförderte Ausbau stehe zwar kurz vor der Fertigstellung, erreiche aber nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Haushalte. Der ursprünglich geplante freiwirtschaftliche Ausbau mit der UGG sei gescheitert. Nun bemühe man sich gemeinsam mit der Thüringer Energie und in enger Abstimmung mit der Stadt Gößnitz um neue Partner und Lösungen für einen flächendeckenden Ausbau.

Ein weiterer Schwerpunkt ist bezahlbarer Wohnraum. Die Gemeinde plant derzeit die grundhafte Instandsetzung von vier kommunalen Wohnungen beziehungsweise setzt diese bereits um. Außerdem sollen im Bereich der ehemaligen Klassenräume über den Umkleideräumen der Turnhalle zwei große Vier-Raum-Wohnungen entstehen. Diese seien bereits vermietet – ein deutliches Zeichen für die wachsende Nachfrage. Gerade für Familien sei der Neubau eines Eigenheims wegen hoher Baukosten und schwieriger Rahmenbedingungen kaum noch finanzierbar. Dennoch gebe es in Ponitz weiterhin verfügbare Bauplätze; Interessierte könnten sich an die Gemeindeverwaltung wenden. Das gesellschaftliche Leben in Ponitz wird stark von Vereinen, Initiativen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern getragen. In den kommenden Monaten stehen mehrere größere Veranstaltungen an. Vom 12. bis 14. Juni finden die zweiten Ponitzer Gartentage statt – mit Ausstellungen, Angeboten rund um Garten, Natur und Regionalität sowie Konzerten in Schloss und Kirche. Vom 4. bis 6. September folgt das Ponitzer Lichterfest. Traditionell geplant ist außerdem der Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende. Dessen Finanzierung bereitet der Gemeinde jedoch Sorgen: Die Gesamtkosten liegen inzwischen bei rund 20.000 Euro, mindestens 10.000 Euro an Spenden werden noch benötigt.

Die größte Herausforderung bleibt die Finanzlage. Wie viele Kommunen stehe auch Ponitz unter erheblichem Druck. Besonders belastend seien die stark gestiegene Kreisumlage und eine im Finanzplan des Landkreises vorgesehene weitere Erhöhung. Hinzu komme, dass Ponitz keine Schlüsselzuweisungen vom Freistaat Thüringen erhalte, sondern sogar rund 25.000 Euro an den Freistaat abführen müsse. Insgesamt flössen rund 1,5 Millionen Euro aus der Gemeinde an Umlagen für Freistaat, Landkreis und erfüllende Gemeinde ab. Das entspreche praktisch den gesamten Einnahmen aus Gewerbesteuer, Grundsteuer und Hundesteuer. Die Folge seien schmerzhafte Sparmaßnahmen, darunter Personalreduzierungen und weitere Einschnitte.

Trotzdem will die Gemeinde weiter investieren und sich zukunftsfähig aufstellen. Ein besonderes Projekt ist die Gestaltung der Außenanlagen der Kulturbauhütte Bergschlößchen im Ortsteil Zschöpel. Dort soll ein neuer Mittelpunkt für den Ortsteil entstehen, der Begegnung, Gemeinschaft und kulturelles Leben stärkt. Geplant sind auch Mitmach- und Beteiligungsprojekte, etwa zu Lehmbau, historischen Putzen und traditionellen Bauweisen.

Für Bürgermeister Marcel Greunke bleibt Ponitz eine lebenswerte Gemeinde mit großem Zusammenhalt. Ziel sei es, den Ort Schritt für Schritt weiterzuentwickeln, ohne den ländlichen Charakter und die hohe Lebensqualität zu verlieren. Gerade in schwierigen Zeiten zeige sich, wie wichtig Gemeinschaft, Ehrenamt und gegenseitige Unterstützung seien.

Fotos: Gemeinde Ponitz